Hasta la vista Europa – wer weiss, bis wann …

And here in English…

Nach der „anstrengenden“ Überfahrt müssen wir uns auf einem Campingplatz direkt am Meer erst einmal ausruhen. Thomas verbringt den Morgen, wie es sich für einen guten Motorrad-Weltreisenden gehört, mit Schrauben während ich Wäsche wasche. Gegen Mittag finden wir dann Zeit in die Stadt zu fahren. K1024_DSCN2780Meine KTM benötigt noch einen Schluck Kühlerflüssigkeit, so dass wir zum lokalen Motorradhändler fahren. Dort finden wir nicht nur was wir brauchen sondern auch sehr interessierte Gesprächspartner. Nach noch etwas Shopping geht es weiter in ein Strassencafé zum Relaxen.

Am Freitagmorgen geht es los Richtung Osten. Da wir noch etwas Ordnung in unser Gepäck bringen mussten, nicht ganz so früh wie wir eigentlich wollten. Auf einer leeren Landstrasse, durch hüglige, mediterrane Landschaft führte unser Weg. Wir haben sogar die lokale, stark unter Druck stehende Ökonomie unterstützt.K1024_DSCN2787

Zudem habe ich endlich raus gefunden, was Thomas mit all den Fahrrädern, die wir aufbewahren, im Sinn hat.K1024_DSCN2784Wenn wir wieder heimkommen, baut er mir so einen Zaun. Natürlich in meiner Lieblingsfarbe 😉

An diesem Abend haben wir etwas Probleme einen Schlafplatz zu finden. Schlussendlich landen wir in diesem „gemütlichen, kleinen“ Zimmer in einem angeblich ausgebuchten Hotel.

Weiter, immer weiter gegen Osten geht es. Wir umfahren Thessaloniki und campen in Kavala, wo sogar Thomas in der schönen Umgebung entspannen kann.K1024_DSCN2800

Auf einer Hauptstrasse, die wie eine Autobahn ausgebaut ist, aber leer wie kaum eine bei uns in der Schweiz, geht es Richtung türkische Grenze. 294 km bis zum Campingplatz in Edirne. Das Navi verspricht Ankunft bis 15.00 Uhr. Ganz entspannt rollen wir dahin. Die Strasse wird eng und kurvig. Die Belagsqualität nimmt ab. Von 5 m unter dem Meeresspiegel – Mensch, mussten wir die Luft anhalten – stiegen wir auf 1500 m über Meer. War Griechenland hier hinten schon immer so bergig?

Einige Kilometer weiter fragt Thomas, was wohl dieser Schaum am Wegesrand sei? Blütenstaub, vermischt mit dem fallenden Regen? Chemikalien von der Landwirtschaft? Und hast du gesehen, wie die hier die Landschaftspflege für die Strasse betreiben? All die Blätter, die dann noch da liegen. Die Strasse ist stellenweise ganz grün.

K1024_DSCN2807Siehst du den Schaum? Hagelkörner, von 20 Minuten hageln!

Die türkische Grenze begrüsste uns freundlich. Ein Desinfektionsbad, welches wir durchfahren mussten und eine Grenzbeamtin mit Haaren auf den Zähnen. Wo ich denn die Bewilligung hätte, dieses Motorrad zu fahren, fragte sie Thomas. Naja, von mir, ihrem Ehemann. Das ginge gar nicht. Sie würde ja nirgends sehen, dass wir verheiratet wären und er könne nicht zwei Motorräder fahren. Dass er da war und die Bewilligung gab, wollte erst gar nicht helfen. Nach 10 Minuten Kopf schütteln und Schimpfen gab es einen Stempel in den Pass und wir durften passieren.

Noch bevor wir die Stadt erreichen, kommt die nächste Gewitterfront. Ganz vergessend, dass wir noch keine türkische Lira haben, suchen wir in einem Restaurant Zuflucht. Den Tee, den wir konsumieren, gibt es gratis, denn die Benutzung der Kreditkarte wäre für den Betreiber teurer.

Im Restaurant unserer Hotels sitzend danken wir der Vorhersehung insgeheim für den geschlossenen Campingplatz während Gewitterfront um Gewitterfront vorbei zieht. Diesmal ist das Zimmer wirklich gemütlich und klein. Das Badezimmer stellte sich als sehr kompakt heraus. Man konnte auf der Toilette sitzend duschen. Und eine grosse Person käme kaum unter die Dusche.K1024_DSCN2813

Am nächsten Morgen begrüssen uns ein strahlend blauer Himmel und ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. An der Rezeption lassen wir uns beraten, wie wir am schnellsten ans Schwarze Meer kommen. Nun ja, an Istanbul kommt man nicht vorbei sondern nur durch. Es gibt die Autobahn oder die Hauptstrasse. Für die Autobahn muss jedes Motorrad mit einer Vignette versehen sein, die ein Chip mit Guthaben enthält. Die Autobahngebühren werden dann an den Mautstellen automatisch abgezogen. Die Vignette gibt es entweder auf der Post oder an den Mautstellen. Eine Mindestladung von 10€ ist Pflicht, die Vignette kostet 5€ während die Autobahngebühr keine 3€ kostet. Schlussendlich ist uns das alles zu umständlich, wir werden die Fähre über den Bosporus nehmen.

Die Hauptstrasse stellte sich als fast so gut wie die Autobahn heraus. Vierspurig, wenig Verkehr und kaum Ortschaften. Sogar die 30 km durch die Istanbuler Vororte und schliesslich direkt zur Fähre waren problemlos. Wir kaufen unsere Fähretickets. Anschliessend werden wir eilig durch gewunken. Schwups sind wir auf der Fähre. Noch ein Auto nach uns und schon legt sie ab. Europa verabschiedet sich mit einer wunderschönen Aussicht und einem eigenartigen Gefühl in meiner Brust.K1024_DSCN2824

Ein Gedanke zu „Hasta la vista Europa – wer weiss, bis wann …“

  1. Tschou zäme, danke für eure Infos. Sandra, hoffentlich hat sich dein eigenartiges Brustgefühl in ein freudigpositives Bauchgefühl umgewandelt.
    Wir wünschen euch weiterhin: allzeit gute Fahrt und ne Menge Spass. E liebe Gruess, Ruth u H.R.

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