10 Länder, 10 Wochen, 10‘000 Kilometer

English Version

Mit der Einreise nach Kirgistan waren wir im zehnten Land auf unserer aktuellen Reise angekommen. Thomas hat ja generell die 100-Länder-Marke bereits überschritten, während ich noch darunter bin (Kirgistan ist mein 94. Land). Ist es immer noch aufregend? Klar, sonst würden wir es ja nicht mehr machen. Machen uns Grenzübergänge immer noch nervös? Oh ja, denn es ist nie klar, was einen wirklich erwartet, wie der letzte ja gezeigt hat. Und, was hat sich dennoch verändert? Der WOW-Effekt, wenn man etwas Neues sieht oder erlebt kommt nicht mehr ganz so häufig wie früher. Höhepunkte reihen sich nicht mehr wie Perlen auf einer Kette, ganz im Gegensatz zu wenn man seine erste Reise tut. Wäre das nicht ein Grund aufzuhören? Auf keinen Fall, das nächste Abenteuer, der nächste Höhepunkt kommt vielleicht gleich am Ende der Strasse. Und die Leute, die sind immer noch faszinierend.

Aber Kirgistan, unser 10. Land in zehn Wochen, hatte uns nicht gerade warmherzig empfangen. Doch das machte es bald wieder gut. Die Landschaft ist sehr schön. Weniger spektakulär als Tadschikistan, aber mit einem gewissen heimeligen Gefühl. Einige Gegenden sehen aus wie die Schweiz, einfach mit Jurten statt mit Chalets, wie ein Einheimischer sagte. Mit einem Lächeln hörten wir von ihm auch: Ja, die Schweiz ist wie ein zweites Kirgistan. Nicht umgekehrt! Und in einiger Hinsicht ist es wie die Schweiz vor hundert Jahren. Wenn man die LKWs, Autos, Staus, Ampeln und Hochspannungsleitungen ignorieren kann.

Es war ein angenehmer Fahrtag von Sary-Tash nach Osch. Direkt hinter Sary-Tash führte die Strasse über den hohen Taldyk-Pass (3‘615 m), danach ging es praktisch bis Osch bergab. In Osch, der zweitgrössten Stadt des Landes, fanden wir ein Guesthouse, dass auch Camping im Garten anbot. Dort trafen wir zwei Holländer mit ihrem 4×4 wieder, die wir in Murghab gesehen hatten. Ausserdem lernten wir Anita und Bruno kennen. Die beiden Luzerner sind mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Tadschikistan und dann weiter nach China. Wir hatten sehr nette drei Tage mit ihnen. Schliesslich brachen wir alle am selben Morgen wieder auf. Thomas tauschte die Vergaser gegeneinander aus. Wir haben uns die wenigen Sehenswürdigkeiten, die Osch zu bieten hat, angesehen und wir entspannten im schattigen Garten des Guesthouses.

Dann ging es weiter Richtung Bishkek, wo Thomas die Motorräder warten wollte. Was gemäss Google Maps etwas über 500 km hätten sein sollen, entpuppte sich als 690 km. An diesem ersten Tag kamen wir gut voran, obwohl es erst auf 3‘100 m hoch ging, dann 2 km durch einen unbelüfteten Tunnel. Auf der anderen Seite erwartete uns eine Reihe von Haarnadelkurven. K1600_DSC_0480001Bald kam der Toktogul-See Sicht. Da wir campen wollten, konnten wir ruhig noch etwas weiterfahren. Um den See herum und dann am Fusse der Berge ein Nachtlager suchen, stand auf dem Plan. Doch Pläne ändern schnell und wir campten an diesem Abend nicht. Doch das ist eine andere Geschichte.

Nchdem wir fast 24-Stunden unfreiwillig in Toktogul verbracht hatten, wollten wir nur noch eines: Raus aus dem Ort. Wir kamen nur 30 km weiter Richtung Bishkek, bevor uns ein Gewitter einholte. Doch wir schafften es noch trocken in ein Hotel, bevor der Himmel wieder einmal die Schleusen öffnete.

Am nächsten Morgen war das Wetter besser. Der Ala-Bel-Pass (3‘184 m) hielt eine Überraschung für uns bereit. Für einige Kilometer fuhren wir durch eine Winterlandschaft, bevor die Sonne den Schnee schmelzen konnte.

In Otmok hatten wir ein erstes Treffen mit Chingis Khan. K1600_DSC_0499005Eine leichte Kälte in den Knochen, setzten wir uns in ein nettes einheimisches Café, Tee und Spiegeleier zum Aufwärmen…K1600_DSC_0505006

Dann fuhren wir weiter nach Bishkek, wo wir ziemlich erschöpft und hilfsbedürftig im Ultimate Adventure Guesthouse ankamen. Dort konnten wir uns erholen und erhielten jede Menge Hilfe. Danke, Leute, für alles. Ihr seid TOP! Der Besuch bei der Schweizer Botschaft war wenig hilfreich.

Philosophisch gestimmt, fand Thomas dann noch einen neuen Freund.K1600_DSC_0517011

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