6 Motorräder, 6 Tage, auf einer Strasse in die Hölle

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In Ulan-Ude stiessen Gaby (Argentinierin) und John (Australier), zu zweit auf einer BMW R1200 GS, zu uns. Somit stieg unsere Zahl auf dem Weg nach Irkutsk von 4 auf 5 Motorräder an. Wir genossen den Luxus einer grossen, nicht unangenehmen Stadt für eine Weile. Dann fuhren wir nordwärts, dem Baikal-See entlang, nach Severobaikalsk. Dort warteten wir ganz entspannt auf Dave, den Australier auf einer Ténéré.

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Am Sonntag, 7. August, ging es los.

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Aufladen am frühen Morgen

Die Western BAM ist die nicht mehr unterhaltene Servicestrasse des westlichen Teils der Baikal-Amur-Magistrale. Unser Ziel war es Tynda, an der M56 nach Jakutsk zu erreichen. Gemäss Google Maps 1‘283 km nicht asphaltierte Strasse entlang der Grenzlinie des Permafrosts warteten auf uns. Im Nacken sass uns ein Schlechtwetter-Tief, dass uns Mittwoch oder Donnerstag einholen könnte.

 

Der erste Tag auf der BAM war zwar interessant, aber nicht sonderlich herausfordernd. Die Piste war glatt, die Brücken gut. Da wir so gut vorankamen (362 km), fragte ich mich langsam, was all das Gerede über die BAM soll 😉

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Tag 2 fand uns immer noch schnell unterwegs. Die berühmt, berüchtigte Vitim-Brücke stand für heute auf dem Programm. Früh aufgestanden, tankten wir in Taksimo nochmals voll und assen etwas bevor es weiter ging. Das erste Abenteuer kam bald danach. Teamwork und Brückenbau waren hier gefragter als persönlicher Mut.

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Und dann, mitten am Nachmittag, war sie plötzlich da – die Vitim-Brücke. 570 m verrottendes Holz, knapp so breit wie eine Lastwagenspur, ohne Geländer, etliche Meter über dem schnellfliessenden Vitim-Fluss.

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Die Vitim-Brücke

6 Motorräder und jeder Fahrer stand an diesem Tag seinen Mann / seine Frau 😉 Thomas fuhr als erster, ich nach ihm. Viks bewältigte die Brücke in 60 Sekunden – bei seinem einzigen Versuch. Der Rekord ist bei 38 Sekunden mit einem Motorrad. John fuhr mit Sozius. Gaby, ich bewundere dich aufrichtig, dass du das mitgemacht hast!

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Gaby und John auf der Vitim-Brücke
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Pause nach dem Nervenkitzel
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Wir haben es geschafft!

Um den Tag noch etwas interessanter zu gestalten, kamen wir an einen tiefen, breiten Fluss mit zerstörter Brücke.

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Die einzige Wahl, die uns blieb, war die Benutzung der Eisenbahnbrücke. Diese zu benutzen ist illegal, also erzählt es euren Kindern nicht 😉K1600_DSCN5087057

Dienstag begrüsste uns mit blauem Himmel. Die Piste hatte ihre guten und ihre schlechten Stellen. Weitere verrottende Brücken und Flussdurchfahrten galt es zu meistern. Doch die grosse Herausforderung war das Rennen gegen das Gewitter, in welchem wir nur ein paar Tropfen abbekamen.

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Tag 4 (137 km) und 5 (179 km) zeigten mir dann, wieso die BAM als eine der LETZTEN GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN für Motorräder gilt. Flussdurchfahrten, Eisenbahnbrücken und Pfützen so gross wie Seen – hüfttief. Das Vorwärtskommen war langsam, der Druck stieg. Lichtblick in diesem anstrengenden Stück der BAM war Yuktali, eine unbedeutende Eisenbahnortschaft mitten im Nichts. Wir durften in einem Spitalzimmer übernachten – die heisse Dusche war unschlagbar. Die Jugendlichen waren engagierte, willige, interessierte und sehr hilfreiche Stadtführer.

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So waren wir etwas erfrischt, als wir am nächsten Morgen weiterfuhren. Die grosse Pfütze, welche Viks KTM nur knapp überlebte, führte uns auf die Eisenbahnbrücke zurück. Es war auch der einzige Tag an dem wir einen Eisenbahnarbeiter bestechen mussten, damit wir die Brücke überqueren durften. Das er mir dann die ganze Zeit „dawai, dawai“ (geh, geh) in die Ohren brüllte, machte ihn mir nicht sympathischer. An beiden Tagen einige Male vom Motorrad zu fallen und nicht in der Lage zu sein so viel wie die Männer zu leisten, verhalf mir auch nicht gerade zu einer blendenden Laune. Die Krönung kam darin, dass ich auch noch Thomas KTM rammte 😦

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Am 5. Abend kampierten wir in einem Dorf, direct hinter dem Supermarkt. Hier holte uns dann das Tief tatsächlich ein. Mitten in der Nacht fing es an zu regnen. Dies berührte uns jedoch nicht sehr, hatte man uns doch versprochen, die Piste nach Tynda sei gut und die Brücken auch. Autos könnten die 190 km in 4 Stunden zurücklegen. Im strömenden Regen benötigten wir 5.

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5 Stunden im Regen hinterlassen ihre Spuren

 

1’370 km mit einem unschlagbaren Team. Vielen Dank an alle, dass wir dieses Abenteuer erleben konnten!

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Thomas, der Abenteurer

7 Kommentare zu „6 Motorräder, 6 Tage, auf einer Strasse in die Hölle“

  1. jä hoi zämä, ändläch weisi ou wo dir zwöi ungärwägs sit ( s’grosi würd jätz do nur schribä heitär gnuä zässä gring
    wünschä au zit ganz guäti fahrt uf denä zwöiredärigä dingär
    jätz schiki no ä liäbä gruäss
    sämu

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    1. Hoi Ungle 😉 Merci für di guete Wünsch. Ja, z ässä hei mer gnue. Im Momänt si mer ä chly gmäschtet. Mir si mit Lüt unterwägs, di bruche Zmorge, Zmittag und Znacht. Mir hei normal nume 2 vo 3. Liebe Gruess, Sandra & Thomas

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  2. das hetär abär härzig gschribä, i sägä öich zwöi hüt äm morgä nur gniäsiz gniäsäz gniäsäz u chömit gsung widär hei. u no ä liäbä gruäss
    äbä dr unglä sämu

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