Die „Strasse der Knochen“ führt zum „Tor zur Hölle“

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1‘000 km Transfer, zum grössten Teil auf Asphaltstrasse, führten uns nach Jakutsk, der kältesten Stadt der Welt. Da die Stadt auf Permafrostboden steht, wurden die meisten Häuser auf Betonstelzen gebaut. Klingt wie Venedig, ist es aber nicht.

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Die „Strasse der Knochen“, eigentlich die R504, führt 2‘000 km durch die Sibirische Taiga zum „Tor zur Hölle“, Magadan – unser Ziel.

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Das zweite Strassenschild, das Magadan erwähnt

Unbefestigte Strasse, erneuter Regen und grosse Entfernungen zwischen einzelnen Ortschaften mit Unterkünften veranlassten Thomas und mich uns von der Gruppe zu trennen. Wir nahmen abends noch die Fähre über die Lena, während unsere Reisegefährten morgens um 06.00 Uhr die erste nehmen wollten. Der Wetterbericht hatte für Mittwochmorgen noch trocken gemeldet. In aufkommender Bewölkung fuhren wir also mehr als eine Stunde über die Lena nach Nischni Bestjach, tankten auf und suchten uns ein Hotel.

 

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Mittwochmorgen begrüsste uns mit dem Rauschen von Regen. Als wir kurz vor sechs Uhr die Motorräder beluden, war es nur noch ein leichtes Geniesel. Die ersten Kilometer waren schnell gefahren, da uns der Asphalt noch begleitete. Auch die folgenden Kilometer Piste gestalteten sich problemlos. Dann fing eine matschige Rutschpartie an. Das Motorrad rutschte hierhin und dahin. Stand mal quer auf der Strasse oder lag sogar. Und die vielen Kilometerlangen Baustellen halfen auch nicht. Trotzdem war die Stimmung gut, denn Um 14.20 Uhr standen wir 50 km vom Tagesziel, Khandyga, entfernt an der Fähre über den Aldan – ein Zufluss der Lena. Im Nieselregen warteten wir mehr als 2 ½ Stunden auf die Reparatur der Fähre.

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Warten auf die Fähre über den Aldan

Ein LKW-Fahrer hatte Mitleid mit uns. Er gab uns jedem eine Tasse heissen Tee. Als es endlich soweit war, dass die Fähre ablegte, regnete es in Strömen.

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Die Aldan-Fähre

Absteigen konnte ich nicht, da das Motorrad nicht stand. So verbrachte ich die 170-minütige Überfahrt auf meiner KTM während es weiterregnete. Spät am Abend fanden wir eine private Unterkunft, die auch sicheres Parken für die Motorräder bot. Von unseren Freunden, die Jakutsk mit der ersten Fähre um 06.00 Uhr verlassen hatten, erhielten wir die Nachricht, dass sie 190 km plus die Fähre von Khandyga – unserem Aufenthaltsort – entfernt waren. Doch wir sollten ruhig weiterfahren, sie würden uns am nächsten Tag einholen.

Sonnenschein und blauer Himmel, eine Piste die nur wenig Zeichen des vorgängigen Regens zeigte.

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Road of Bones

Und obwohl wieder Wolken aufzogen, blieben wir trocken und konnten uns an der sibirischen Natur erfreuen.

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Grosse Enttäuschung war Ust-Nera, die grösste und nördlichst gelegene Ortschaft an unserer Route. Hauptvorteil des örtlichen Hotels, die Alternative dazu war leider ausgebucht, war ein Dach über dem Kopf.

Leider hatten sich unsere Reisegefährten getäuscht. Sie warteten 6 Stunden auf die Fähre und kamen nicht weiter als wir am Vortag.

Da es am Freitag wieder regnete, beschlossen wir auf den Rest der Gruppe zu warten. Sie würden uns sonst nicht mehr einholen. Ausserdem war für Sonntag wieder gutes Wetter angesagt und Thomas hoffte, wir könnten den Regen in Ust-Nera aussitzen.

Weit gefehlt 😉 Obwohl sie total nass, dreckig und durchgefroren in Ust-Nera ankamen, waren sie entschlossen am nächsten Tag im Regen weiterzufahren. Es war eine kalte, miserable Fahrt, die die Camouflage unserer Motorräder immer wieder änderte.

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Die Ortschaften, bewohnte wie aufgegebene, waren trostlose, vergessene Löcher.

Kadykchan ist DIE verlassene Stadt. Als der Wegzug subventioniert wurde, machten sich manche Bewohner nicht mal die Mühe alles einzupacken.

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Auch mussten wir realisieren, dass der Winter unterwegs ist. Die sibirische Taiga präsentierte sich uns – Mitte August – in herbstlichem Kleid.

Von Susuman, unserer letzten Übernachtungsstelle, wollte niemand die 40 km zurück zur Abzweigung auf die Tinkinskaya Trassa zurück zu fahren. Also blieben wir auf der offiziellen R504. 625 km trennten uns noch von Magadan. Eine lange Tagesetappe.

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Aber wenigstens fanden wir zwei Cafés unterwegs, wo wir uns etwas aufwärmen konnten. Nach einer längeren Strecke, auf der es nach Regen aussah, fuhren wir tatsächlich im Sonnenschein in Magadan – dem „Tor zur Hölle“ – ein.K1600_DSCN5292065

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