Im Land der Morgenstille

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Heisst das so, weil die Koreaner generell spät aufstehen und mit der Arbeit beginnen? :-)

Für uns begann der Tag auch nicht ganz so früh. Denn nach etlichen, sinnlosen Versuchen ein Motorrad zu mieten, sollten wir am Mittag ein Auto in Empfang nehmen können. Leider nicht direkt bei uns ums Eck, aber doch mit den ÖV recht günstig gelegen. Google Maps und der Agent waren sich einig, was die Lokalität anging. Nach einer Stunde Busfahrt standen wir vor einer Bauruine. Der Taxifahrer, den wir daraufhin anhielten um uns ans Ziel führen zu lassen, nahm uns nicht mit. Wir waren bereits an der richtigen Adresse. Also riefen wir an. Ein Herr meinte leicht panisch: „No English, no English.“ Na toll, und nun? Es dauerte eine Weile bis er uns die Nummer der Zentrale geben konnte. Die junge Dame am Telefon erklärte dann einem ersten Taxifahrer, wo er hin muss. Dieser gab das Handy kopfschüttelnd zurück. Er hatte kein Navi. Der nächste Taxifahrer hatte ein Navi und konnte uns mitnehmen. 90 Minuten vergingen so, bis wir endlich bei der Autovermietung eintrafen. Der Herr dort konnte wirklich nur wenig English 😉

Im Hyundai Avante ging es von Seoul aus erst einmal Richtung Osten.

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Unser Hyundai Avante – ein richtiges Auto

Wir hatten in einem Guesthouse in Sokcho, an der Ostküste, für zwei Nächte ein Zimmer reserviert. Und stellten uns kurz nach unserer Ankunft die Frage: „Wieviele Leute kennen wir, die Südkorea bereist haben?“ In Seoul war uns der Touristenrummel noch erklärlich, schliesslich ist Incheon ein riesiger Flughafen. Aber hier, nur 40 km von der Nordkoreanischen Grenze? Hier stiessen wir auf unglaublich viele junge Leute. Was für meine Generation Südostasien war, ist nun Südkorea? Frisch unterwegs wollten wir uns dazu keine Meinung erlauben.

Unser Avante verwandelte sich bald in eine fahrende Versorgungsstation. Jedes Zimmer bot mindestens einen Wasserkocher. Oft gab es in der Lobby sogar eine Mikrowelle, so dass wir im nächsten Supermarkt Proviant einkauften.

Der Ausflug in die Demilitarisierte Zone scheiterte an einigen pickligen, knapp der Pubertät entkommenen Soldaten, die nichts verstanden (Englisch/Zeichensprache). Gegen Süden änderte sich die Landschaft wenig von der West-Ost-Durchquerung. Dichtbewaldete Hügel und stark besiedelte Täler mit etwas Landwirtschaft sowie Städte und Dörfer mit „Wohnsilos“ prägten die Gegend.

Der erste Stop war Andong – Ausgangspunkt zum Besuch von Dosan Seowon, einer konfuzianischen Akademie – gegründet 1574.

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Wenn man schon dort ist, darf auch das historische Dorf Hahoe, ein UNESCO-Weltkulturerbe, nicht fehlen.

Gyeongju lockt dann mit einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe, dem Bulguksa Tempel – einer buddhistischen Tempelanlage aus dem Jahre 774.

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Busan ist eine grosse, quirlige Stadt zu deren Hauptsehenswürdigkeiten der Fischmarkt mit seinen zugehörigen Restaurants, deren Spezialität Sashimi (roher Fisch) ist, zählt. Der erste Fischmarkt meines Lebens der mir auf den Magen schlug. Wieso? Weil es wirklich ein Frisch-Fisch-Markt ist. So frisch, das die Viecher – egal ob Fische, Krebse, Würmer, Muscheln – noch leben. Das ist, als ob man bei uns im Steakhouse erst noch das Rind aussucht, dessen Filet man dann essen möchte. Guten Appetit 😀

Küstenstreifen, Halbinseln und Inseln prägen die Süd- und Teile der Westküste der koreanischen Halbinsel.

Die Teeanbaugebiete liegen in den Hügeln nahe der Küste. Es wird ausschliesslich Grüntee angebaut.

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Schwarztee ist selten und teuer. 100 Beutel Lipton Yellow Label kosteten 8 CHF. In den Unterkünften kriegt man meistens Gersten- oder Buchweizentee.

Nach all der Fahrerei war an der Westküste noch eine kleine Pause fällig. Unterkunft in Strandnähe, ohne Internet.

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Architektonisch überraschte uns Südkorea mit einem Schiff auf einem Hügel k1600_dscn5420027– ein Hotel für alle, die das Feeling einer Kreuzfahrt wollen, ohne die Gefahr Seekrank zu werden – und einer bewohnbaren Teekanne – mein Heim 😉k1600_dscn5443037

Abschluss in Incheon wurde gebührend mit leckerem „scharfen Hühnchen“ und Bier gefeiert. Alles in allem die beste und angenehmste Mahlzeit in Südkorea.

Fazit: 14 Tage Südkorea ist lustig und interessant, für Thomas und mich aber eindeutig ausreichend.k1600_dsc_0203020

 

2 Kommentare zu „Im Land der Morgenstille“

  1. Liebe Sandra lieber Thomas, heute ist sicher Geburtstag angesat? Liebi Sandra aues aues guete zum Geburtstag viu Glück uErfoug uf Euire grosse Reis. Ig liese Dini Brichte sehr gårn si si immer ganz intressant u spanend. Mir wünsche Dir ganz å schöne Tag Rosmarie u Housi

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    1. Hoi zäme, härzleche Dank für die guete Wünsch. Schön, heit dr a mi dänkt und äs fröit mi natürlech sehr, dass öich mini Brichte gfaue. Liebe Gruess vo dr japanische Insle Honshu, Sandra

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