Im „Schnupfdruckli“ durch das „Land der aufgehenden Sonne“ – Es war einmal 2

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Erinnert ihr euch an das kleine, blonde Mädchen, dass von fernen Orten träumte?

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Damals auf Rhodos

Nun, aus dem kleinen Mädchen war inzwischen eine Jugendliche geworden.

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Dann in Venedig

Diese träumte aber noch genauso von der grossen, weiten Welt wie damals das kleine Mädchen. Destination: Japan – Frederica de Cesco, damalige Lieblingsautorin, hatte etliche Bücher darüber geschrieben. Auch sonst fand sich in der neuen Schul- und Gemeindebibliothek viel Lesestoff über Japan.

Und hier sind wir nun wieder, Jahrzehnte entfernt von der träumenden Jugendlichen und 13 Jahre seit unserem ersten Japan-Urlaub. Wir hatten für drei Wochen das billigstmögliche Auto gemietet. In Japan kriegt man genau das, wofür man bezahlt hat – einen Kleinstwagen. So klein, dass der Angestellte der Autovermietung gleich die hinteren Sitze umlegte, als er unsere beiden Reisetaschen sah 🙂

Unser Nissan Dayz ist mit vollen 660 Kubik ausgestattet, knapp mehr als meine KTM mit ihren 625. Thomas ist ganz entzückt vom sportlichen Fahrverhalten und der unglaublichen Leistungsstärke des Motors 😀

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Unser „Schnupfdruckli“

Fortan sind wir also in diesem silbernen „Schnupfdruckli“ (Erklärung für die Deutschsprachigen: schweizerdeutsch für ein kleines Auto, korrekte Übersetzung: Schnupftabakbehälter) unterwegs.

„Schnupfdruckli“ bietet einiges an Erheiterung. Natürlich sitzt der Fahrer auf der „falschen“ Seite, in Japan herrscht Linksverkehr, was Thomas in den ersten Tagen zu sehr galantem Verhalten bewog. Er steuerte regelmässig meine Autoseite an, nur um mir die Tür zu öffnen 😉 Blinker und Scheibenwischer sind, für uns, vertauscht. So ging dann auch einige Male beim Abbiegen der Scheibenwischer an. Ganz amüsant war dann auch der erste Versuch eines Blitzstarts – ganz „The Fast and the Furious“ ähnlich. Gaspedal bis auf den Boden durchgedrückt, der Motor heult… das Auto steht 😀

Langsam bewegen wir uns Richtung Norden, denn eigentlich möchten wir nach Hokkaido – Japan’s nördlichste Insel. Dass die fast landesweite Geschwindigkeitsbegrenzung 50 km/h, auch ausser Orts, ist, stört „Schnupfdruckli“ nicht. Die Geschwindigkeit lässt sich ganz entspannt fahren. Die Japaner sind auch im Verkehr äusserst höflich. Gehupt wird wenig, überholt noch weniger.

Autofahren wird abwechslungsreich und amüsant gestaltet. Baustellen werden von Giraffen, Delfinen, Bären, Hasen, Enten und sogar „Hello Kitty“ geziert.

Die japanischen Fahnenschwinger stellen die Schweizer beinahe in den Schatten. Hier ist Fahnenschwingen Beruf, nicht Hobby. An jeder Baustelle stehen zwei, ausgestattet mit einer roten und einer grünen (oder auch mal weissen) Fahne. Wenn man bei roter Fahne anhält, verbeugt sich der Fahnenschwinger. Bevor er die grüne Fahne schwingt, verbeugt er sich wieder.

Auch wird man freundlich auf die Gefahr eines Blitzschlags hingewiesen, selbst bei blauem Himmel. Oder meinen sie vielleicht die kommende Ampel?k1600_dscn5638018

Die Informationen über Strassenzustand sind massig vorhanden.

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Ähm, ist hier irgendwo wer, der uns das übersetzen kann?

 

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Logisch, genau da wollte ich sowieso lang 😎

In jedem Laden und Restaurant wird man lautstark gegrüsst. Und dann natürlich genauso lautstark verabschiedet. Wo man geht und steht, gilt es auf sein Benehmen zu achten. Was einem mit beiden Händen angeboten wird, sollte man mit beiden Händen entgegen nehmen. Schuhe im Zimmer sind nicht erwünscht. Im Hotel steht ein Paar Pantoffeln, im Badezimmer ein anderes. Bitte, nicht verwechseln. Und dann all die „Vermummten“, die einem begegnen. Nur damit sie einem nicht mit ihrer Erkältung anstecken.

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Versuch bei uns mal auf diese Art eine Bank zu betreten

 

 

Im Hotel beim Einchecken und in den Läden beim Einkaufen, sind die Angestellten so höflich, dass ich jedes Mal Angst habe, sie stossen sich beim Verbeugen den Kopf an der Tischplatte oder dem Tresen. Ganz freundlich wird man auch gefragt, ob es denn erlaubt sei eine Kopie des Passes zu machen.

Tanken ist eine saubere Sache. Man wird genau eingewiesen, dann wird einem – natürlich wieder laut grüssend – die Fahrertür aufgerissen, gewünschter Füllstand und Zahlungsart erfragt – bei Karte muss diese überreicht werden – Tür wieder zugeschlagen. 1-2 ist die Kreditkarte wieder zurück, die Zapfsäule läuft und die Scheiben werden geputzt. „Wünschen der Herr noch einen Lappen zur Reinigung des Armaturenbretts?“. Kein Problem, wird gleich geliefert. Tür auf, bezahlen oder unterschreiben, und weiter geht’s. Lautstark, begleitet von Verbeugungen, verabschiedet einem die ganze Crew.

Für Autoreisende ist man hervorragend ausgerüstet. Es gibt extra Michi-no-Eki, k1600_dscn5710019Autorastplätze, die meistens nicht nur eine Toilette bieten, sondern eine ganze Reihe an Services. Manche sind ultramodern eingerichtet.

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