„Schnupfdruckli“ im „Wilden Norden“ – Hokkaido

English version

Da standen wir nun am Fähreterminal von Oma (Honshu) nach Hakodate (Hokkaido) – eine Brücke gibt es nicht, nur einen Tunnel für den Shinkansen. Alles lief sehr ordentlich und diszipliniert ab, ganz wie man das von Japan erwarten darf. Die Unterbringung in der Economy Class war dann auch völlig im japanischen Stil. Es gab keine Sitze, nur eine grosse Fläche auf der man sitzen oder liegen kann, ganz wie es einem beliebt.

War der Preis für die Überfahrt schon etwas ein Schock, brachten die Unterkunftspreise keine Erleichterung. In unserem uralten Reiseführer fand sich ein Hinweis, dass in Japan wild campen erlaubt sei. Toll, unsere ganze Campingausrüstung reiste mit den Motorrädern im Container. Schnupfdruckli führte uns in Hakodate zum Einkaufen, waren wir doch entschlossen ein wenig zu campen. Wir fanden ein Billigzelt, designed in Japan – made in China, sowie ein 3er-Bettset (Futon und Kissen). Die Bedienungsanleitung zum Zelt erwies sich als erste Sahne, alles so logisch 😉

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Bedienungsanleitung auf Japanisch 🙂

Der erste Campingplatz war ganz romantisch, im Stadtpark am Seeufer vom Toya-See – die öffentlichen Klos die ganze Nacht zugänglich.

Schnupfdruckli wurde als Lastesel, Rasiersalon, Restaurant, Internetcafé und Wäschetrockner verwendet. Das Innere sah auch bald entsprechend abenteuerlich aus.

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Die Touristeninformation hatte uns mit einer Landkarte für Hokkaido ausgestattet, auf der auch gleich die Sehenswürdigkeiten eingetragen waren. So kurvten wir die nächsten Tage über Hokkaido, amüsierten uns ab unserem Schnupfdruckli, übernachteten auf Sportplätzen, Golfklubzugängen und neben Monumenten.

Auch testeten wir die nicht vorhandene Sturmstabilität unseres Zeltes. Was zu einer schlaflosen Nacht voller Gelächter führte. Schon von ferne hörte man die Windböen kommen. Waren sie da, passte sich das Zelt völlig der Umgebung an – flach. Dies wiederum führte dazu, dass wir die halbe Nacht Stangen an den Kopf erhielten und unter dem Gewebe fast erstickten. Kaum war die Böe vorbei, stand das Zelt wieder aufrecht – ein echtes Steh-auf-Männchen 😎

Schnupfdruckli führte uns ins „Tal der Hölle“ (Jigoku-Dani), welches einen Durchmesser von 450 Metern, voller Geysire, brodelnder Quellen und Blaslöchern, hat.

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In der Nähe befindet sich auch der Oyunuma-See, ein Heisswasser-Kratersee. Die Schwefelquelle, die in den See fliesst, ist „nur“ 130° Celsius, was den ganzen See auf 40° – 50° C anheizt.

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Oyunuma-See

Gleich in der Nähe befindet sich ein Berg der Dampf spuckt und dabei mehr Lärm macht als mein Dampfkochtopf.

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Der „Dampfkochtopf“

 

Richtung Westen durch den Akan Nationalpark zur Shiretoko-hanto Halbinsel, Norden und dann wieder Osten zum Daisetsuzan Nationalpark führt Schnupfdruckli’s Reise. Der „wilde Norden“ Japans prüfte Schnupfdruckli immer wieder. Umgestürzter Baum auf der Strasse? Da drehen wir doch lieber um, denn eine Winde hat Schnupfdruckli nicht. Fehlende Brücke? Zum Glück gibt es eine Umfahrung, denn auch Fliegen kann Schnupfdruckli nicht. Aber die Kurven in den Bergen von Hokkaido und den Schneefall? Das schafft Schnupfdruckli – mit 30 km/h bei durchgedrücktem Gaspedal – doch locker.

Am Kussharo-See gönnte Schnupfdruckli uns eine Verschnaufpause: Baden in einer heissen Quelle. Und ja, in japanischen Onsen wird nackt gebadet – stand sogar auf ENGLISCH in der Umkleidekabine unserer heissen Quelle.

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Weiter am Mashu-See vorbei

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Mashu-See

kommen wir zum „Blauen Teich“, einer Sehenswürdigkeit, die nur am Strassenrand erwähnt war.

Im Daisetsuzan Nationalpark fuhren wir innert kürzester Zeit vom Herbst in den Winter.

Auch wenn sich Schnupfdruckli nicht beklagte und tolle Bodenhaftung zeigte, war es für uns ein Argument den Nationalpark etwas links liegen zu lassen. Stattdessen besichtigten wir die Reben von Furano

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Thomas im Schnupfdruckli in den Reben

– mit entsprechender Weindegustation.

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Der „wilde Norden“ schickte Schnupfdruckli natürlich auch Wild über den Weg.

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Da Sapporo nur ein Tagesausflug sein sollte, buchten wir in Chitose ein Zimmer in einem Guesthouse. Das Zimmer entpuppte sich als „Massenlager“. Kennt einer von euch ein Kajüten-Doppelbett (Stock-Doppelbett)? Genau das haben wir gekriegt, mit Vorhängen, damit unsere „Übermieter“ uns nicht ins Bett sehen können.

Sapporoolympische Winterspiele, nicht dass wir sehr hohe Berge für entsprechende Skipisten gesehen hätten (oder ich mich daran erinnern könnte, denn ich bin damals erst im Oktober auf die Welt gekommen). Doch die Stadt erwies sich als angenehmer Aufenthalt. Sie bot von der Sushi-Bar mit Laufband bis zur Sapporo-Bier-Brauerei einiges an Abwechslung.

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Von Sapporo ging es erst Richtung Westen, dann Süden.

 

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Am Asari-Damm

 

Esashi lockte mit der Inishie Road, in der noch traditionelle Häuser, Lagerhäuser und ein kleiner Schrein zu sehen sind.

Die Westküste erwies sich als wild-romantisch,

doch Höhepunkt sollte Matsumae-jo, die nördlichste und zuletzt gebaute Burg von Japan, werden. Der Höhepunkt ist sehr klein und schnuckelig. Das durchschnittliche, amerikanische Hotelzimmer hat in etwa die gleiche Grundfläche wie der mittlere Stock der Burg 😀

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Burg Matsumae

Hokkaido hat aber nicht nur landschaftliche Atraktionen,

sondern auch kulturelle zu bieten – so wie inselweit vorhandenen Ainu-Museen (Ainu = Ureinwohner Japans).

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