22 Fuss, 10 Zylinder, 4 Leute

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Einige von euch haben sich vielleicht schon gewundert, dass für drei Wochen keine Beiträge von mir kamen. Hier nun des Rätsels Lösung.

Es war wichtig, dass wir Orlando am 13. Februar 2017 erreichten. Denn dort stellten wir am gleichen Tag noch unser Motorrad bei Roxie und Mark, einem tollen Paar von ADVrider, ein. Am nächsten Morgen, nach einem reichhaltigen Frühstück, holte uns ein Shuttle ab. Noch vor dem Mittag hatten wir unseren 22 Fuss langen Camper gefasst.K1600_DSCN690643 Zugeteilte Fahrer für das Ungetüm, der kleinste seiner Klasse und mit dem Unterbau eines normalen Pick-ups, war Thomas.K1600_DSCN682229

Nächster heisser Termin war der 14. Februar 2017 um 18.20 Uhr am Internationalen Flughafen in Tampa. Alles war schön vorbereitet: Schild geschrieben, Abendessen eingekauft, wir pünktlich vor Ort. Es hätte so schön sein können 😛

1. Hindernis: Die Höhe des Campers, der nicht unter das Dach bei der Ankunftshalle passte.
2. Hindernis: Flugankunft plötzlich nicht mehr auf Bildschirm – keine Gate, nichts.
3. Hindernis: Einziger Parkplatz für überdimensionale Fahrzeuge, mit Shuttle 10 Minuten von der Ankunftshalle entfernt.
4. Hindernis: Die schnellste Zollabfertigung in der Geschichte der amerikanischen Flughäfen (20 Minuten).

Die VIP-Gäste: MEINE ELTERN! Sie mussten schlussendlich im Wendy’s auf uns warten. Soviel zu meiner Fantasie, wie dieses Wiedersehen ablaufen sollte 😛

Für 11 Tage wollten wir nun gemeinsam einen grossen Teil von Florida erkunden. Die meisten Campingplätze waren vorreserviert. Dies wegen der „Schneevögel“: Renter, die ihre Winter mit ihren Campern in Florida verbringen.

Tag 1 führte uns von Tampa Bay nach Daytona Beach. Meine Mutter, Theres, hat sich gut vorbereitet und auch gleich einen Reiseführer mitgebracht.K1600_DSCN682330Beides sollte uns in den nächsten Tagen noch helfen. Doch jetzt erfuhren wir, dass auf dem Weg noch ein schöner State Park liegt. Der Blue Spring S.P. bietet die Gelegenheit in kristallklarem Wasser Seekühe zu beobachten.

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Die Tiere gewinnen wahrscheinlich keinen Schönheitswettbewerb und sind auch nicht die aufregendsten Zeitgenossen, aber doch interessant genug. So lernt man, dass die Brustwarzen dieser Säugetiere unter ihren seitlichen Flossen liegen.

Daytona Beach International Speedway fanden die Männer dann wohl etwas interessanter. Sie nutzten die Gelegenheit eine 30-minütige Speedway-Tour zu machen. Sie erlebten die Vorbereitungen für das 11 Tage entfernte Daytona 500-Rennen. Die 31°-Steilwand-Kurve durfte da natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie das Siegerauto von letztem Jahr, das genauso da steht wie es 2016 die Ziellinie überfuhr -vor lauter Adrenalin nur unscharf ;-).

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Natürlich darf man mit dem Fahrzeug noch auf dem Strand fahren. Aber versuch das mal mit unserem Camper 🙂K1600_DSCN670716 Tomoka State Park war nicht weit und bot eine schöne Übernachtungsstelle.

Tag 2 verging mit der Fahrt nach Miami, inklusive 2 Stunden im Stau stehen.

Tag 3 brachte eine neue Erkenntnis. Frag nie einen Amerikaner nach der besten Variante um eine Stadt zu erkunden 😉 Die Dame an der Rezeption war sehr hilfreich.

  • Wie gross ist Ihr Camper?
  • 22 Fuss.
  • Oh, so klein. Da fahren Sie am Besten mit dem Camper in die Stadt.

Gutgläubig folgten wir ihrem Ratschlag. Dass es, entgegen ihren Beteuerungen, nicht so einfach war einen Parkplatz für unser Mini-Monster zu finden, wussten wir noch nicht. Auch nicht, dass wir auf dem Rückweg im gleichen Stau wie am Vorabend enden würden.

Munter machten wir uns an die Erkundung. Da darf eine Bootsfahrt durch die Biscayne Bay nicht fehlen. Vorbei an den Villen und Jachten der Superreichen, deren Preise locker die kumulierten Jahreseinkommen meines Lebens übersteigen. Namen wie Jennifer Lopez, Antonio Banderas… Oh, und weiss jemand wie der Erfinder von Viagra heisst? … Gloria Estefan, Shaquille O’Neal, Will Smith und sogar Julio Iglesias werden einem um die Ohren gehauen.

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Ganz erschöpft von der Anstrengung brauchten wir eine kleine Pause im Bayside Marketplace. Dann weiter nach Miami Beach. Alles war da, nur Don Johnson und Philip Michael Thomas fehlten 😀

Tag 4 war eine kurze Fahrt und viel Erholung, von Miami in den John Pennekamp State Park. Dort „musste“ ich für Henry, meinen kleinen Neffen, ein paar „Fischli“ besuchen.

Tag 5: KEY WEST! Braucht es da noch Worte?

  • Ja, wir waren am südlichsten Punkt vom Festland USA (mit tausenden Anderen).K1600_DSC_08145
  • Ja, wir haben Live Musik gehört.K1600_DSCN679127
  • Ja, wir haben zu Unzeiten Cocktails geschlürft.K1600_DSCN675325
  • Ja, wir waren zum Sonnenuntergang am Mallory Square.
  • Nein, wir haben keine Souvenirs gekauft 😀K1600_DSCN67891.JPG

Tag 6 war die gemütliche Rückfahrt aufs Festland. Von Key zu Key, an den kaputten Brücken vorbei,

mit einem Badestop im Bahia Honda State Park.

Nach der 7-Mile-Bridge

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7-Mile-Bridge

ein weiterer kleiner Stop am Strassenrand 😉K1600_DSCN684136 Fantastische Aussicht, kaltes Bier, gutes Essen und nette Bedienung.

 

Tag 7 sah uns die Everglades erkunden. Mücken und Alligatoren fanden wir zu Hauf. Gefehlt haben Krokodile und weitere „Sehenswürdigkeiten“.

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Irgendwo zwischen Tag 2 und Tag 6 machte Thomas Bekanntschaft mit einem unangenehmen Amerikaner, dem No See Um. Ein tierisch angeschwollener Knöchel und ein nicht enden wollender Juckreiz waren die Folgen der Begegnung.K1600_DSCN693048Tag 8 brachte uns über den Tamiami-Trail an den Rand der Everglades. Die Route führte am kleinsten Postamt der USA vorbei.K1600_DSCN693449 Auch ein Ausflug nach Naples

durfte nicht fehlen, bevor wir uns für die Nacht im Collier-Seminole State Park niederliessen. Der uns mit einer Walking Dredge überraschte.K1600_DSCN694353

Von der “Bay City Dredge Works of Bay City, Michigan“ gebaut, wurde diese “Dredge” verwendet um einen Teil der US 41 – genannt Tamiami Trail, welche Tampa mit Miami (durch die Everglades und den Big Cypress Sumpf) verbindet – zu bauen. Als letzte existierende Maschine (von etwa 145) besitzt sie ein einmaliges Antriebssystem, welches speziell für die Drainage-Probleme in Feuchtgebieten entwickelt wurde. Die „Dredge“ hob einen Kanal aus, der mit Steinen aufgefüllt wurde – drainiertes Fundament für die Strasse. Der “gehende” Mechanismus wurde am 2. Juli 1918 patentiert (Vincent G. Anderson, Thief River Falls, Minn., #1,270,763.) (https://www.asme.org/about-asme/who-we-are/engineering-history/landmarks/172-bay-city-walking-dredge)

Tag 9 hätte ein Highlight von Florida bringen sollen. Sanibel Island war uns wärmstens empfohlen worden. Leider wusste niemand, dass es auf der ganzen Insel keinen Parkplatz gibt, der gross genug für unser Mini-Monster ist. So entging uns eine Mahlzeit im legendären „The Bubble Room Restaurant“. Als Entschädigung gab es im Koreshan State Park einen Abend mit BBQ und Lagerfeuer.

Tag 10 standen Venice, Sarasota und Longboat Key auf dem Programm.K1600_DSCN694654 Leider fehlen uns hier aus unerfindlichen Gründen ein paar Fotos 🙂 Sollten diese noch auftauchen, werden sie selbstverständlich nachgeliefert. Doch das hiesige Venedig hat mit dem italienischen, ausser dem Namen und der Tatsache, dass es am Meer liegt, wenig gemeinsam. Aber für Florida zählt sowieso hauptsächlich der Strand 😉 Übernachtet haben wir in einem weiteren sehr schönen State Park, dem Lake Manatee – aber ohne die Seekühe…

Tag 11 kannte nur ein Ziel: Orlando. Nicht etwa um Micky Maus zu besuchen, sondern um die Abgabe unseres Wohnmobils in die Wege zu leiten. Gemütlich, ohne viel Autobahn, schafften wir es auf den wohl kostengünstigsten „Stadt“-RV-Park von Florida. Der Bill Frederick Park am Turkey Lake bot uns die Gelegenheit umzupacken, uns für die Weiterreise vorzubereiten UND T-BONE-STEAKS zu grillen 😀 Ein krönender Abschluss für unsere Wohnmobilreise!K1600_DSCN695155

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