Im Land des Ahorn(-blatts)

English version

Das Wetter war bescheiden, als wir zur kanadischen Grenzstation kamen. Es nieselte und war so kalt, dass es schon fast schneite. Doch der Grenzübergang war alles wovon ein „Mädchen“ träumt: Schnell und einfach, mit einem jungen, freundlichen, gutaussehenden Grenzbeamten, der seinen französischen Charme spielen lässt 😀

Das Fenster ging auf, ein Kopf kam in die Kälte, grüsste freundlich und lächelte…
„Wie lange bleiben Sie in Kanada?“
“Etwa 14 Tage, aber wir wollen im Sommer wieder kommen. Wird das ein Problem sein?“
“Aber nein, auf keinen Fall.
Sie können 6 Monate bleiben. Sollten Sie länger bleiben wollen oder müssen, verlängern Sie bitte einfach Ihr Visum.“ Wirklich, so einfach? Ist das aber nett!
„Was geschieht mit Ihrem Motorrad, wenn Sie Nordamerika verlassen?”
“Wir werden es verkaufen.”
“In Kanada?”
“Nein, in den USA.”
“Sollten Sie es doch in Kanada verkaufen wollen, denken Sie bitte daran das Motorrad zu importieren.“ Hallo, wo ist denn der grosse, böse Grenzbeamte, der mir das Leben schwer macht?
„Ah, wo habe ich bloss meinen Stempel? Einen kleinen Moment…“
Ein ordentlicher Abdruck in meinen Pass, ein Lächeln und zwei Pässe wandern in unsere Richtung.
„Wilkommen in Kanada. Fahren Sie vorsichtig und gute Reise.“
Was, wirklich?
Das war’s? 7 Minuten freundlicher Small Talk und wir waren wieder unterwegs.

Wie ich doch das Land des Ahorn(-blatts) liebe. Nicht dass ich da wirklich objektiv bin. Nein, im Gegenteil, ich liebe Kanada seit ich als 20-jährige dort gelebt und gearbeitet habe :-S

Schnee fiel in zarten Flocken als wir die Stadt Quebec erreicht und unser winziges Studio bezogen hatten.

Am nächsten Morgen war es stark bewölkt, bitterkalt und windig. Dennoch spazierten wir zur Altstadt von Quebec und starteten unsere Erkundung. Wetterbedingt hielten wir uns öfters drinnen auf, mit gastronomischer Erforschung beschäftigt. Begonnen beim frischen Croissant (Gipfeli), weiter zur Poutine und abgerundet mit einem Mittagessen, das wir mit lokalem Bier runterspülten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir fuhren nach Trois-Rivières, auf halber Strecke zwischen Quebec und Montreal, wo wir uns für eine Woche eingemietet hatten. Dies nicht, weil es in Trois-Rivière soviel zu sehen gab. Nein, wir brauchten die Zeit um mal wieder einiges zur erledigen.

Montreal, die einzige zweisprachige Stadt Kanadas. Weniger Wolken und wärmere Temperaturen als in Quebec, dafür ein kleineres historisches Zentrum – die Wirtschaft regiert.

Dem mächtigen St.-Lorenz-Strom und dann dem Ufer des Ontario-Sees folgend verbrachten wir die Nacht bei einem motorradfahrenden Pfarrer (Tim), seiner Frau Sofia und Tochter Mia. Es gelang uns nur knapp Toronto etwas zu umfahren, dann endete unser kanadischer Kurzaufenthalt in Niagara Falls. Dank dem vielen Schnee und der starken Regenfälle der letzten Monate, die sowohl die Grossen Seen wie auch den St.-Lorenz-Strom leicht über die Ufer treten liessen, waren die Niagarafälle ein spektakuläres Schauspiel. Wasser donnerte über die Kanten, Gischt hing hoch in der Luft und unten im Becken schäumte das Wasser. Ich habe, die Leute auch dem Ausflugsboot am Fuss der Horseshoe-Fälle wenig beneidet.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir hätten sehr gerne mehr Zeit in Kanada verbracht. Das Frühjahr war an den Grossen Seen angebrochen. Doch Thomas und ich fanden keine Ruhe. Wir mussten jetzt einfach erfahren, ob die Amerikaner mich wieder einreisen lassen würden oder nicht…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s