Zeitvertreiben in Montana und Wyoming

English version

Noch zehn Tage hiess es rum zu bringen, bevor es endlich nordwärts nach Alaska gehen würde. Was ist da logischer, als nach Südosten zu fahren? 😀

Wir nahmen ID/MT 200 am Pend Oreille-See entlang. Dies ist der tiefste See der USA. So tief, dass die amerikanische Marine U-Boote darin testen kann. Während dem 2. Weltkrieg war dies das einzige Ausbildungszentrum für die Marine in einem Binnengewässer. Die Landschaft am See entlang ist sehr szenisch.

Lake Pend Oreille wird etwas weiter der Strasse entlang zum Fluss Clark Fork. Im Lolo National Forest, nahe bei Thompson Falls, verbrachten wir die Nacht auf einem sehr rudimentären Zeltplatz, den halben Wald mit unserem Lagerfeuer räuchernd.

K1600_DSCN82782
Camping im Lolo National Forest

MT200 führte uns am Fluss entlang fast die ganze Strecke nach Missoula. Dort wollten wir gerne zwei Nächte verbringen. Aber der Campingplatz, auf dem wir endeten, war nicht sehr einladend und die Stadt empfanden wir als wenig reizvoll. So zogen wir am nächsten Tag fröhlich weiter Richtung Bozeman.

K1600_TOM_000726
Unterwegs in Montana

Der Wetterbericht hatte Gewitter mit stürmischem Wind und Hagel angekündet, so dass wir uns ein Motelzimmer leisteten. Natürlich gab es kein Gewitter, auch keinen Wind und schon gar keinen Hagel – nur ein paar harmlose Regentropfen. Am nächsten Morgen zogen wir dann auf den Stadt-Campingplatz um, der wirklich eine super Lage hat. Direkt an der I-90 (Autobahn), mit den Zeltstellplätzen keine 100 m von der Fahrbahn und der Eisenbahn (Güterverkehr) direkt auf der anderen Seite der Zubringerstrasse. Beim Einchecken wurden wir auch gleich gefragt, ob wir Ohrenstöpsel besitzen. Wenn nicht, hätten sie welche auf Vorrat 😀

Bozeman ist eine angenehme Stadt. Wir spazierten etwas herum, feierten Thomas Geburtstag mit einem Bier und einem Sandwich zum Mittagessen. Dann hiess es für Alaska einkaufen – welche Qual!

Yellowstone Nationalpark in Wyoming sollte unser nächster Stopp werden. Doch als wir kurz nach Mittag am Besucherzentrum ankamen, waren alle Campingplätze offiziell bereits voll. Grosse Enttäuschung, hatten wir doch damit gerechnet drei Nächte im Park zu verbringen bevor wir nach Red Lodge, Montana, fahren würden. Die Dame im Zentrum war sehr nett und empfahl uns so schnell als möglich zum ersten Campingplatz nach dem Eingang zu fahren. Dort hätten die Park-Ranger Zugang zum Reservations-/Check-In-System und ein netter Ranger würde vielleicht irgendwo ein Plätzchen für uns finden.

Gesagt, getan. Beim ersten Sichten gab es keinen freien Platz. Aber der nette Gary aus Florida wollte nicht aufgeben und fand tatsächlich ein Plätzchen für unser Zelt. Nun mussten wir nur noch an die 100 km fahren um unser Nachtlager zu erreichen. Wir liessen uns Zeit, erfreuten uns an der Landschaft und den Büffeln. Sogar auf dem Zeltplatz konnten wir ihnen nicht entkommen. Da war einer nur ein Zelt entfernt am Grasen.

K1600_DSCN83026
Büffel im Yellowstone Nationalpark lassen sich von Menschen nicht stören

 

Glücklicherweise konnten wir dann sogar eine zweite Nacht auf demselben Platz verbringen. Womit sich die Gelegenheit ergab eine schöne Runde durch den Park zu drehen. Der Geysir „Old Faithful“, der etwa alle 90 Minuten ausbricht, war so nett uns nicht warten zu lassen. Als wir uns näherten, begann er mit seiner Show.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir wollten unser Glück nicht ausreizen und es noch für eine dritte Nacht versuchen. Stattdessen fuhren wir über eine „All-American Road“, den Beartooh Highway (Bärenzahn-Highway), nach Red Lodge. Eine schöne Fahrt mit einigen richtigen Kurven und einer Passhöhe.

In Red Lodge, an unserem Pausentag, erhielten wir Besuch von einem jungen

Schwarzbären. Ich dachte, Thomas wolle mich nur necken, als er meinte, da sei ein Bär hinter mir. Mein Adrenalin schoss in die Höhe, als ich über meine Schulter blickend, tatsächlich einen Bären sah. Er war alles andere als schüchtern. Ich weiss, es ist nur ein Teenager. Aber über den Computer gebeugt am Tisch sitzend, mit einem Abstand von zwei Metern, war doch mehr Auge in Auge als mir lieb war. Ich erhob mich langsam und schlich davon. Dann wurde Thomas beauftragt, den Bären von unseren Motorrädern und dem Zelt fernzuhalten. Was mir einen ungläubigen Blick von Mann und Bär einbrachte 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s