ALASKA – The Last Frontier

English version

Die letzte Grenze? Das letzte Abenteuer? Die absolute Wildnis? Die letzten unerforschten Weiten Amerikas?

Wie auch immer… Es ist der Traum vieler. Das grosse Abenteuer, die grosse Mutprobe. Jeder Amerikaner muss wohl einmal im Leben dort gewesen sein. Egal ob mit dem Auto, dem Camper oder – wie wir – dem Motorrad. Wer zusätzlich noch den Mut hat den Dalton-Highway zu fahren, darf sein Leben lang damit prahlen.

Wir starteten unser Alaska-Abenteuer auf dem White Pass (Klondike-Highway), Richtung K1600_DSC_02201

Skagway, mal wieder an einem Grenzposten 😉 Ein sehr netter amerikanischer Grenzbeamter, der einfach nicht glauben konnte, dass ich keinen Einreisestempel im Pass habe. Somit war ich, wie könnte es auch anders sein, eine „illegal Alien“ (illegale Ausserirdische) 😀 Er war sehr verlegen, als er aber im Computer meine doch sehr legale Einreise in Buffalo, NY, fand.

Skagway, ein kleiner Ort mit viel Geschichte, hängen geblieben zwischen damals und heute. Der Klondike Goldrausch ist längst vorbei, doch hier lässt man ihn wieder aufleben. Der halbe Ort ist effektiv ein Museum, die restlichen Lokale schliessen sich dem Thema nur zu gerne an. So sind Stadtführerinnen und Bedienungen alle in der Mode von 1896/97 gekleidet.

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Wegen dem Goldrausch und den haarsträubenden Bedingungen um Dawson City zu erreichen, zu Fuss entweder über den Chilkoot- oder den White-Pass, baute man auch gleich eine Eisenbahn, die White Pass & Yukon Route.

Eine leicht verregnete Fährenfahrt brachte uns, nach einem reichhaltigen Frühstück, aus dem „Museum“ nach Haines.

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Dort fanden wir einen Campingplatz, der sowohl unserem Zelt wie auch unseren Motorrädern ein Dach bot. Was uns sehr zugute kam. Über den Haines-Highway fuhren wir zurück auf den Alaska-Highway (durch Kanada).

Tok ist der einzige Ort in Alaska, den jeder Reisende mindestens zweimal durchquert. In Delta Junction erreichten wir schliesslich das offizielle Ende des Alaska-Highways.K1600_DSC_02295

Der Wetterbericht war gut. Die Regenlücke zwar etwas knapp, aber was soll’s. Fairbanks war nur eine Übernachtungsstelle, dann ging es über den Elliott-Highway zum Beginn des Dalton-Highways. 414 Meilen (662,4 km) sollte uns die Strasse über den Polarkreis hinaus nach Deadhorse bringen. Versorgungspunkte unterwegs gab es nur zwei von Bedeutung: Yukon River Camp und Coldfoot. Es ranken sich Tausende von Reise-

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Geschichten um den Dalton. Doch eigentlich ist die Strasse in einem guten, wenn auch nicht asphaltierten, Zustand. Ob es regnet oder nicht, spielt auch nicht wirklich eine Rolle. Denn wenn es nicht regnet, wird die Strasse bewässert um den Staub auf einem Minimum zu halten. Resultat: Die Motorräder sahen aus wie in Russland (Road of Bones). Am ersten Tag fuhren wir von Fairbanks bis 90 Meilen (144 km) südlich von Deadhorse. Campen neben der Strasse mit einer Legion von Mücken.

Vor dem Mittagessen waren wir dann am Ziel. Deadhorse ist jedoch keine Stadt sondern ein Arbeitercamp für die riesigen Ölfelder, die auch den Grund für den Bau der Trans-Alaska-Pipeline von Prudhoe Bay nach Valdez, waren. Das Eismeer ist dem Normalsterblichen nur mit einer geführten Tagestour zugänglich, die auch die Ölfelder einschliesst. Für uns war es genug Deadhorse erreicht zu haben.

Bis Coldfoot schafften wir es noch am gleichen Tag. Die dortige Lodge bot gratis campen, was wir mit einem Besuch in Restaurant verbanden.

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Zurück in Fairbanks hiess es Motorradwaschen, was wir direkt auf dem Campingplatz erledigen konnten. Der Pausentag fiel dann buchstäblich ins Wasser, fast pausenloser Regen.

In einem Staat, in dem nur vier Strassen keine Sackgasse sind, gilt es genau zu überlegen, welche Sackgassen man fahren will. Doch bevor wir uns damit auseinandersetzten, war Denali angesagt. Und mit Denali meine ich sowohl den Berg, den Highway wie auch den Nationalpark. Nun kennen die meisten Leute den Berg wohl noch am ehesten unter dem Namen Mount McKinley. Dieser zeigt sich um diese Jahreszeit den Besuchern aber nicht ganz so gerne. Doch sollten wir Glück haben. Den Denali-Highway verwandelten wir selbst in eine weitere Sackgasse.

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Kenai-Peninsula bietet, neben Überbleibsel der russischen Zugehörigkeit,

drei Sackgassen. Homer Spit, die längste und lustigste. Hier sammeln sich die Camper zu Hunderten auf einer sandigen Landzunge in der Kachemak Bay auf primitivsten RV-Parks. Die Umgebung ist typisch amerikanisch, eine Art Disney-Land.

Homer selbst bezeichnet sich als Heilbutt-Hauptstadt der Welt. Natürlich gab es zum Abendessen Heilbutt – Tacos und Burritos. Seward war die feuchteste Sackgasse überhaupt. Es regnete so stark, dass wir uns ein 100$-Dach leisteten. Es war wenigstens trocken und hatte vier Schlafstellen.

Whittier ist die Sackgasse auf der Kenai-Peninsula, die wir ausgelassen haben.

Auch ausgelassen haben wir, aufgrund einer Fehlinformation, Anchorage. Stattdessen legten wir eine zweitägige Pause in Wasilla ein.

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Ölwechsel in Wasilla

Der Glenn-Highway

brachte uns zum Richardson-Highway. Dort wartete eine interessante Sackgasse auf uns. Eine, die genauso viel über die Erschliessung Alaskas aussagt wie der Dalton-Highway. Die McCarthy-Road zu den Kennecott-Minen. Diese sind seit 1938 geschlossen. Zugang ist über eine Fussgängerbrücke, die Motorräder erlaubt. Der Ort McCarthy, der Sündenpfuhl zur sauberen Minenstadt, hat überlebt.

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Dem Richardson Highway nach Süden, in die Wolken folgend, beschlossen Thomas und ich am Thompson-Pass umzudrehen.

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Worthington-Gletscher, Thompson Pass, Alaska

Unsere Freunde wollten, trotz der Wolken, gerne nach Valdez. So trennten wir uns von ihnen. Wie es sich später herausstellte, sollte diese Trennung endgültig sein. Wir fuhren also nach Norden. Kurz nach Glenallen bogen wir auf den Tok-Cutoff ab. Ein Tag Pause in Tok, bei Sonnenschein, würde unsere Belohnung für die lange Fahrt sein. Der Sonnenschein hielt sich, wie immer seit Montana, nicht an die Abmachung.

Der Taylor-Highway über Chicken (Huhn), Alaska,

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Chicken, Alaska

führte uns an die kanadische Grenze. Hier endete unser Alaska-Abenteuer.K1600_DSC_02549

Was wir in Alaska in rauen Mengen hatten?

Regen

Was wir in Alaska nicht oder nur wenig hatten?

  • Mücken, weder von der Grösse eines LKWs noch normal grosse
  • Hotelzimmer, da diese einfach unsagbar teuer sindK1600_DSCN880972
  • Wilde TiereK1600_DSCN858230

Abgesehen von Eichhörnchen mit Titanzähnen, die sich sogar durch Tanktaschen an Erdnüsse ranmachen, und irgendwelchen Kamikaze-Pelztierchen, die immer vor meinem Vorderrad über die Strasse sausen

  • Gefährliche oder anspruchsvolle Fahrerei,K1600_DSC_02346 abgesehen von den grossen Distanzen und den menschenleeren Weiten

War es die Fahrt wert?

Ja, die Landschaft in ihrer Grösse und Weite ist gewaltig

Komme ich in 20 Jahren wieder?

Nur wenn es nicht regnet 😉

Ohne Motorrad, sondern zum Wandern und Kanufahren

Was haben wir verpasst?

Den Sommer 😀

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