Beautiful British Columbia

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In strahlendem Sonnenschein überquerten wir die Grenze zu British Columbia. Der Stewart-Cassiar Highway sollte uns nicht nur zu einem Highlight der Fahrt bringen, sondern auch weiter nach Süden.

Das Wetter hielt sein Versprechen nicht. Sonnenschein wich bald dicken Wolken und die Temperaturen sanken. Unter ersten Regenspritzern erreichten wir Dease Lake, wo wir uns frustriert eine Aufwärmpause im lokalen Trading Post (Tante-Emma-Laden mit Café und Tankstelle) gönnten. Immer noch nicht richtig aufgewärmt, die Lust auf dem Null-Punkt, beschlossen wir in ein Hotelzimmer zu investieren. Die Besitzerin von der Arctic Divide Ranch-Lodge war sehr entgegenkommend.K1600_DSCN91079 Als später am Nachmittag die Sonne wieder durchbrach, verzichteten wir trotzdem auf den Abstecher nach Telegraph Creek – eine weitere matschig-nasse Strasse 😀

Hurra, hurra, die Sonne scheint! Bei angenehmen Temperaturen rauschten wir weiter Richtung Süden, bogen nach Westen ab und verliessen Kanada erneut nach Alaska. K1600_DSCN912916Hyder war aber nur eine Durchfahrt, denn der Salmon Glacier (Lachsgletscher) – fünftgrösster in Nordamerika – liegt bereits wieder in British Columbia (Kanada). Blauer Himmel, Sonnenschein und eine Strasse, die parallel zum Gletscher liegt. Wahnsinn!

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In Stewart verwöhnten wir uns mit Fish & Chips.

Der Zeltplatz im Meziadin Lake Provincial Park, mit fünf Radfahrern – die in Inuvik aufgebrochen waren – als Nachbarn, war auch nicht zu verachten.

In Prince George legten wir eine Pause ein, die Thomas ursprünglich als Servicegelegenheit nutzen wollte. Doch David – leidenschaftlicher ADVRider mit drei 640ern – stellte uns zu diesem Zweck seine Garage auf Vancouver Island zur Verfügung. Die Pause war dennoch vorteilhaft. Denn unser Weg nach Süden – Highway 97, auch Cariboo Highway genannt – war seit zwei Wochen von den riesigen Waldbränden um Williams Lake blockiert.

Am Vortag unserer Weiterreise wurde die Strasse offiziell wieder für Durchgangsverkehr frei gegeben. Anwohnern war die Rückkehr schon seit 72 Stunden erlaubt. Es war eine gespenstische Fahrt an leerstehenden Gebäuden vorbei, durch halbtote – weil evakuiert – Ortschaften. Vorbei an abgebrannten Waldflächen. Doch das Beeindruckendste waren die Schilder, handgeschrieben, entlang der Strasse.

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„Willkommen Zuhause“
„Schön, dass Ihr wieder da seid“
„Danke, Feuerwehrleute, für euren Kampf“

Wir hielten nirgends an. Machten auch keine Bilder. Die hier verwendeten sind alle aus dem Internet.

In Clinton, immer noch am Cariboo Highway, holten wir uns in einem kleinen Laden ein Eis. Ein Aushang wies die Anwohner an, sich nach wie vor für die Evakuation bereit zu halten. An den Häusern und am Strassenrand waren Anwohner und Feuerwehr beschäftigt riesige Becken (grösser als die sehr beliebten blauen Schwimmbecken in Schweizer Gärten und leuchtend rot-orange) mit Wasser zu füllen. Wenige Tage später war der Ort evakuiert; das Feuer hatte die Strasse erreicht.

Wir bogen nördlich von Cache Creek vom Cariboo Highway auf den Highway 99 ab. Whistler, Austragungsort eines Teils der Olympischen Winterspiele 2010, war der nächste geplante Stop. Doch der erwies sich als nichtig. Der Ort war von Triathleten und Zuschauern für den IronMan überlaufen. Der Sea-to-Sky-Highway führte uns hinunter nach Horseshoe Bay – zur Fähre nach Vancouver Island.

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In Campbell River verbrachten wir zwei Nächte bei Kandi und David.K1600_DSCN917129 Thomas konnte in seiner Garage arbeiten,K1600_DSCN916628 während Kandi und ich „Girl Time“ hatten.

Weiter ging es nach Ucluelet, von wo aus wir Tofino, Long Beach und den Pacific Rim Nationalpark erkundeten.

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Eine kleine Pisteneinlage, mit Plattem, lockerte die Fahrt nach Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, auf.

Zusammen mit Tausenden von Touristen erkundeten wir einen Nachmittag die Stadt.

Dann holte uns der Rauch von den Waldbränden ein.

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Die Sonne durch den frühmorgendlichen Rauch, Victoria, British Columbia

Selbst unser Aufenthalt in Vancouver wurde davon „überschattet“. Dennoch genoss ich das Wiedersehen mit der Stadt. Manches hat sich kaum verändert, das Meiste jedoch schon. Wie sagt Thomas immer: „Ist ja nach 24 Jahren zu erwarten“ 😀

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Inzwischen hatte British Columbia provinzweit das Verlassen von Asphaltstrassen mit motorisierten Fahrzeugen verboten. Somit fiel unser Plan den Trans Canada Adventure Trail (TCAT) ein Stück zu fahren ins Feuer. Die Tatsache, dass viele der nordamerikanischen Offroadfahrzeuge über Auspuffanlagen ohne Funkenfänger verfügen, ist der Grund. Wir hörten, dass in manchen Gegenden Autofahrer, die ihre Kippen aus dem Fenster schmeissen wollten, von Anwohnern angehalten wurden.

Der Aufenthalt in Kamloops, wo die Sonne es nicht durch den Rauch schaffte, drückte auf’s Gemüt.

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Da hätte sie am Himmel stehen sollen 😦

Doch kam es auch zu erstaunlichen Begegnungen. Im Supermarkt trafen wir ein Paar, dass uns zu sich nach Hause einlud, da es ungesund sei in dem Rauch zu campen. Leider hatten wir das Zelt schon aufgestellt. Beim Verlassen der Stadt, nach einem kleinen Mittagessen bei Tim Hortons, lud uns ein Helikopterpilot, gerade aus dem Einsatz bei den Waldbränden um Williams Lake zurückgekehrt, und seine Kinder zum Mittagessen ein. Zu spät, aber die Freundlichkeit und Anteilnahme, die hier gelebt wird, berühren tief.

Bald wollten wir jedoch raus aus dem Rauch – in „gesunderes“ Klima ausweichen. So streiften wir auch eine der schönsten Gegenden, das Okanagan-Tal, nur ganz am Rand. Keine Sommerpause am Strand bei mediterran anmutendem Klima. Keine Weindegustationen in den lokalen Weingütern. Auch die Kootenay-Region mit ihren Seen und Bergen kam viel zu kurz. In den Genuss der Fähren, die als Teil des Strassennetzes gelten und daher kostenlos sind, kamen wir trotzdem.K1600_DSCN926349 Umso mehr kam unser kanadischer Verpflegungsliebling, Tim Hortons, mit seinen Bagels und Timbits zum Zug. So lieferte er auch unsere letzte Mahlzeit auf kanadischem Boden.

 

P.S. Derzeit sind in British Columbia immer noch über 140 Waldbrände aktiv. Tausende sind evakuiert und weitere 12’000 müssen sich für die Evakuation bereit halten. Die Provinzregierung hat den Notstand nun schon zum vierten Mal, bis zum 15.9.2017, verlängert. Und dies sind bei weitem nicht die einzigen Brände, die in Kanada wüten.

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