Vom Versuch der BAJA 1000 auszuweichen

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Grenzübergang Tecate, Kalifornien, nach Tecate, Baja California Mexiko. Da flutscht man doch glatt einfach mitten in die mexikanische Stadt rein! Ein kurzer Stop an einer Schranke, ein Blick aufs Motorrad, durchs Tor und mitten auf eine belebte Strasse in der Stadt – eine Querstrasse von der Plaza entfernt. Mal wieder ohne Einreiseformalitäten.

Naja, das mit den Einreiseformalitäten erledigte ich noch zu Fuss. Geld gewechselt hatten wir, auf Anraten einer alten mexikanischen Dame hin, noch in den USA. An der Plaza teilten wir uns ein Sandwich, tranken einen mexikanischen Kaffee und eine mexikanische Heisse Schokolade – lecker, mit Gewürzen. Dann ging es nach Süden, Ensenada war unser Stop für die Nacht. Und genau in dieser Stadt sollte in SECHS Tagen, eine der längsten und härtesten Rallyes der Welt, beginnen. Hurra, hurra; das Internet zeigte, dass die Strecke auf mehr als der Hälfte mit Unserer überlappen sollte.

Etwas unter Zeitdruck, in der Hoffnung die Pisten fahren zu können bevor sie von über 100 Rennfahrzeugen aufgewühlt werden, zogen wir weiter. Bewusst hatten wir eine Route gewählt, die nur wenig mit unserer ersten Reise in die Baja gemein hatte. Meine persönlichen Lieblinge der Baja California gab es reichlich: Saguaros,K1600_IMG_20171110_125533146 die riesigen Kakteen und Baja-Whoops – eine Art von überdimensionalen, natürlichen Bodenwellen, die sehr an die Wellen einer Achterbahn erinnern; das Gefühl im Magen und den Jauchzer inklusive.

Während der ersten drei Tage ging unser Plan wunderbar auf. Wir fuhren diverse Pisten und genossen die Herausforderung.

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In San Ignacio, einer schönen Oase mit Dattelpalmen, holte uns dann die Realität, also die BAJA 1000, ein. Nein, noch nicht das eigentliche Rennen. Bis dahin waren es nun doch noch zwei Tage. In zwei Tagen wären wir längst auf der anderen Seite der Halbinsel, am Golf von Kalifornien, unterwegs – weit weg von BAJA 1000. Ha, falsch gedacht. Mitten durch den Ort führten leuchtend orange Pfeile auf denen SCORE – der Organisator der Rallye – stand.0712or_04_z+2004_baja_1000_dodge_ram+score_marker Irgendwo nördlich von uns war die Rennstrecke bis in die Nähe des Ziels für sogenannte Pre-Runs – Vorbereitungsläufe – freigegeben worden. Diese Gelegenheit nutzten nicht nur die Rallye-Teilnehmer um die Strecke zu fahren, sondern auch jede Menge Möchte-Gerne-Rallye-Fahrer.

So donnerte auf unserem nächsten Streckenabschnitt auch erst ein Rallye-Pickup, dann ein Buggy und am Schluss noch ein Motorrad an uns vorbei.

Unseren Plan ins Inland, zu den Missionen am Camino Real zu fahren, gaben wir mit einem Blick auf die aufgewühlte Piste auf. Ebenso den zweiten und letzten Versuch. Das Unternehmen an den Golf von Kalifornien rüber zu kreuzen und der Küste entlang zu fahren, scheiterte dann nicht an der BAJA 1000 sondern unseren eigenen Fähigkeiten.

Ein Stück war einfach zu steil, der Untergrund zu lose, unsere Motorräder zu schwer und wir nicht ausreichend gute Fahrer. Auf der MEX 1, DER Asphaltstrasse der Baja California, ging es nach La Paz, dem Zielort der BAJA 1000. Um Mitternacht sollten die ersten Fahrzeuge der Rallye oben in Ensenada starten.

Am Donnerstag, 16. November, sassen wir an der Strandpromenade in einem Café, als wir von BAJA 1000-Fans angesprochen wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die ersten Fahrzeuge in wenigen Stunden erwartet wurden. Wir fühlten uns immer noch unbeteiligt. Der Herr versuchte uns zu überzeugen, dass wir uns das ansehen sollten. Es sei nur zwei Meilen vom Café entfernt. Enthusiastisch zeigte er in Richtung unseres Hotels. Da beschlich uns ein etwas dummes Gefühl. Ein Blick ins Internet, mal ganz reingezoomt auf das Ziel der BAJA 1000. WOW, wir hatten es tatsächlich geschafft! Wir wohnten 300 m (Luftlinie) vom Ziel entfernt. Die ganze Nacht über hörten wir die Fahrzeuge ins Ziel donnern, die begeisterten Pfiffe der Zuschauer und die Ansagen der Kommentatoren.

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Da ging es ja nicht anders, wir mussten hin. Aufpacken, zum Ziel fahren, etwas Rallye-Atmosphäre geniessen – bevor es weiter ging.

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