Wenn das Glück nicht mehr mithalten kann

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Eigentlich sollte dies ein Beitrag werden, in dem es um Reifen geht, die ihre eckige Form verlieren. Sind wir doch kurz nach unserer Ankunft auf dem Festland von Mexiko die kurvenreichsten 200 km seit unserer Landung in Nordamerika gefahren.

Von Ciudad Obrégon ging es in die Sierra Madre,K1600_IMG_20171120_133640669 Richtung Barrancas del Cobre – angeblich ein touristischer Höhepunkt im nördlichen Mexiko. Da wurde mein Motor plötzlich lauter. Nein, das Motorengeräusch hatte sich nicht verändert. Aber herrje, war die KTM laut – Gehörschadenverdächtig. In einer Pause bat ich Thomas sich das mal anzuhören. Doch schon als er den Motor startete, war mir klar, dass es sich halbwegs normal anhörte. Bei der folgenden Probefahrt meinte er ein Geräusch zu hören. Es brauchte den Rest des Tages, und noch einen Teil des nächsten, bis wir beide das gleiche Verständnis in Bezug auf DAS Geräusch hatten 😉

Im kleinen, wirklich kleinen, Dorf Yepachic, fanden wir ein Hotel – nichts wirklich einladendes.

Doch Thomas drängte zum Stop, da das Motorengeräusch wieder sehr laut war. Selbst auf Distanz, mit seinem Motor laufend, bemerkte er die abnormale Lautstärke meines Motors. Daher verbrachte er den nächsten Morgen mit Seitendeckel öffnenK1600_IMG_20171121_093758386_HDR und Innereien kontrollieren,K1600_IMG_20171121_093749222_HDR sowie Ölablassschraube prüfen. Einzig an der Ölablassschraube fand er etwas: wenige, winzige, silberne Flitter. Mit sorgenvollem Gesicht belehrte er mich, dass dies GAR NICHT GUT sei. Woraufhin ich mich auf die Suche nach einer Transportmöglichkeit für mein Motorrad machte. Obwohl schon den ganzen Morgen tonnenweise Pickups rumstanden und die Männer nur im Schatten sassen und Bier tranken, fand sich niemand willens uns nach Chihuahua, in die nächste grossen Stadt, zu bringen.

Ein einheimischer Entwicklungshelfer, der im Nebenzimmer wohnte, gab mir dann zwei Tipps. Erstens, nicht nach Chihuahua zu fragen, sondern nach Pedernales oder Cuauhtémoc, zwei kleinere Städte etwas vor Chihuahua. Zweitens, sollten wir doch mal beim Mechaniker vorbei gehen. Oh, es gibt einen Mechaniker im Ort??? Keiner erwähnte bisher einen Mechaniker. Thomas ruinierte gleich darauf seine Rätsche und musste sich irgendwo Ersatz ausleihen. Also machten wir uns auf die Suche nach dem Mechaniker. Dieser stellte sich als etwas jünger und vor allem unternehmerisch heraus. Er würde mein Motorrad und mich mit dem Pickup nach Cuauhtémoc bringen. Am späteren Nachmittag kam er vorbei um aufzuladen.

Mittwochmorgen um 6 Uhr holte er mich ab, dann noch seine Frau und sein Baby. Etwas eng auf der Sitzbank, aber es ging. Thomas fuhr auf seinem Motorrad hinterher. Flotten Tempos ging es durch die Sierra Madre nach Osten. Trotz der 250 km Distanz erreichten wir die Stadt bereits vor zehn Uhr. Unser Mechaniker hatte angeboten uns bei einem Mechaniker-Freund von sich auszuladen, der etwas Englisch konnte. Auch befindet sich gleich neben dessen Werkstatt ein Motorradhändler. Das Hotel, was uns empfohlen wurde, hatte leider keinen ansprechenden Parkplatz für Thomas zum Arbeiten. So fuhren wir ins Stadtzentrum, wo wir ein Hotel fanden, dessen grosser Innenhof als Parkplatz dient. Auch ein Zimmer hatten sie noch frei.

Niedergeschlagen gingen wir als erst einmal frühstücken. Dann machte sich Thomas an die Computerarbeit. Erst am nächsten Tag wurde er im Innenhof tätig,

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wo er bald von einem Hotelangestellten, irgendwie der Haustechniker, angesprochen wurde.

Miguel, der Techniker, spricht sehr gut Englisch und hat Thomas gleich Hilfe angeboten. So steht meine KTM nun in einer abschliessbaren „Besenkammer“ in der Thomas arbeiten darf.K1600_DSCN9742 Der Hotelmanager gewährt uns auf jede Übernachtung 15% Rabatt. Und Miguel meint, dass Thomas einfach sagen soll, was er braucht. Das könne man alles irgendwie organisieren, sprich ausleihen.

In diesem Hotel kann uns auf jeden Fall nichts geschehen. Jede Nacht steht der Hof voller Polizeiautos. Die Polizisten scheinen auch hier zu übernachten. Gestern zog ein ganzer Tross ab. Da dachten wir schon, das wär’s jetzt. Doch dann kamen den ganzen Abend über neue an.

Tja, so sind wir also nun in Cuauhtémoc. Prognose hat Doktor Tom noch keine erstellt.

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Auch die Gurus in den Foren wissen nicht so recht, was dem Patienten fehlen könnte. Wie es aussieht, wird es ein längerer Aufenthalt. Der Onkel Doktor hat mich bereits gewarnt: von einer Woche bis zu einem Monat. Je nachdem wie gut wir, mit entsprechender Unterstützung, im „Organisieren“ sind.  

Ein Gedanke zu „Wenn das Glück nicht mehr mithalten kann“

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