Auf dem Weg nach Guatemala – hängen bleiben in San Cristóbal de las Casas

English version

Wir wollten… Ja, wir wollten eigentlich wirklich irgendwann weiter Richtung Süden fahren. Doch zwischen uns und der Grenze lagen nicht nur ein paar Kilometer sondern auch die Küste von Oaxaca, San Cristóbal de las Casas – ein Favorit vom früheren Besuch – und Comitán.

In vier Tagen würden wir von Thomas, einem Schweizer Freund von Rubén, in San Cristóbal de las Casas erwartet. Diese Zeit an der Küste zu verbringen war nach den kühlen Tagen der letzten Wochen sehr verlockend.
Ein nettes Zimmer mit kleiner Terrasse – ausgestattet mit Hängematte, Tisch und Stühlen – nur einen kurzen Spaziergang vom Strand wie auch den dort ansässigen Restaurants/Bars bot Unterkunft. Bald spazierten wir leicht bekleidet zum Strand, fanden gleich eine Stammkneipe und setzten uns erstmal in den Schatten. Was ist verlockender, als das Meer, eine leichte Brise und Happy Hour 😀
Uh, ein sehr liberaler Strand, war unsere erste Reaktion, als wir eine barbusige Frau sahen. Oben Ohne hatten wir eigentlich nicht erwartet. An unseren Getränken nippend, genossen wir das Leben.

Das Wochenendangebot – 1 Liter Mojito

Bald traute ich meinen Augen nicht mehr. „Du, habe ich Halluzinationen oder ist der Mann da wirklich nackt?“ Er war in der Tat nackt. Es gab noch mehr im Adamskostüm. Auch ein paar Evas fanden sich. Zielsicher hatten wir uns mit Zipolite, völlig ahnungslos, den sehr wahrscheinlich einzigen FKK-/Nudistenstrand von ganz Mexiko ausgesucht. Auch im Dorf fand sich der eine oder andere „dezente“ Hinweis. 😉

Bei Thomas – ja, genau, noch ein Thomas – wartete ein nettes Zimmer sowie ein Stapel Reifen auf uns.
Das Zimmer nahmen wir in Beschlag. Richteten uns bei ihm häuslich ein. Frühstücksbars bzw. Theken üben anscheinend eine magische Anziehungskraft auf uns aus. In Santa Fe hatten wir diese sowohl in der Casita wie bei unseren Freunden, Joanne und Mark, als bevorzugten Arbeitsplatz auserkoren. In San Cristóbal de las Casas kam es auch nicht anders.

Kurz nach unserer Ankunft sass ich an besagter Theke, mit Offerten von Sprachschulen in Guatemala beschäftigt und innerlich über die hohen Unterkunftspreise fluchend. Nebenbei unterhielt ich mich mit unserem Gastgeber, Thomas.

Thomas und Thomas

Dieser schlug vor, weiter bei ihm zu wohnen und die Sprachschule hier zu absolvieren. Ein grosszügiges Angebot seinerseits. Er hatte auch gleich die Sprachschule griffbereit. Seine Kinder lernten dort Deutsch…

Es kam wie es kommen musste. Ich verwandelte mich in eine brave Schülerin. Die nächsten 12 Tage ging ich (mit 6-Tage-Woche) zur Schule. Mein Lehrer füllte mir den Kopf mit den Verbformen. Mein Gott, war ich hoffnungslos. Denn um Verbformen zu lernen, muss man sie ja erst einmal auf Deutsch noch wissen. Imperfekt, Plusquamperfekt, Imperativ, Präteritum und noch ein zwei Formen, die es auf Deutsch nicht gibt, lassen grüssen. Konnte ich das nach meiner Berufsausbildung fehlerlos, musste ich heute teilweise erst die Bedeutungen wieder nachschauen. Die Stunden der Entspannung fielen ziemlich weg, musste ich doch meinen Schulstoff aufarbeiten. Gelang mir nicht ganz, so dass ich noch einen Stapel Papier mit mir herumtrage.

Es fand sich dennoch Zeit, die Stadt zu erkunden und zu geniessen.

Iglesia Ex-Convento de Santo Domingo de Guzmán

Denn jedes Hirn braucht mal eine Pause. In der Fussgängerzone gibt es jede Menge Restaurants, Bars, Cafés und Souvenirgeschäfte.
Anscheinend ist San Cristóbal de las Casas auch eine Hochburg für Anthropologiestudenten aus Europa. Denn die Stadt liegt in Chiapas, was wiederum bekannt für seine Zapatistas ist. Ähm, unsere Anthropologie war eher kulinarischer Natur.
Hmmm, die fabelhaften Baguettes von der „Horno magico“-Bäckerei, die „Gipfeli“ (Croissants) im Oh là là-Café und – Tom zumindest – den guten Kaffee in den kleinen lokalen Cafés werden wir noch lange vermissen.

Diashow: unterwegs und San Cristóbal de las Casas

Nach meiner letzten Unterrichtsstunde wurde gepackt. Tom hatte die Reifen teilweise schon aufgeladen – etwas permanenter, würden wir sicher noch 1‘000 km mit den Alten fahren.

Thomas, vielen herzlichen Dank für deine Gastfreundschaft. Es war sehr nett bei dir. Bis gly und Tschüüss!

Da wir nach all den längeren Aufenthalten, sprich motorradlosen Tagen, das Fahren nicht mehr so gewohnt waren, wollten wir uns nicht überanstrengen. Die 80 km von San Cristóbal de las Casas nach Comitán erschienen uns die perfekte Distanz.

Diashow: Comitán

Ein letztes Pueblo Mágico mit einem schönen Zócalo, hier schon Parque Central genannt, den wir ausgiebig genossen.

Parque Central, Comitán de Domínguez

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s