Kurzreisen durch Zentralamerika: Reise 1 – Guate, Guate, Guate

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Guate, Guate, Guate ist der Ruf der Kassierer der Überlandbusse um Fahrgäste nach Guatemala City (Ciudad de Guatemala oder Guatemala Stadt) anzuwerben. Guate, Guate, Guate hörte ich meiner Erinnerung…

Noch im Dunkeln standen wir auf, um Comitán kurz nach Sonnenaufgang zu verlassen. Wir waren gewarnt. Nach 80 km guter Strasse auf mexikanischer Seite erwarteten uns 112 Topes/Tumulos (Tempohemmschwellen – aus Zement, Asphalt oder Erde – mit sehr unterschiedlicher Steilheit)  und schlechte Strasse auf 90 km in Guatemala. Der Grenzübergang war, trotz aller Unkenrufe, sehr einfach. Nicht wie manche Grenzen in den „Stans“. Vielleicht lag es daran, dass wir uns auf Spanisch verständlich machen konnten. Die Strecke erwies sich auch als halb so wüst wie erwartet. Kommt halt immer darauf an, was man erwartet und als schlecht bezeichnet 😉

Topes (in Mexiko) / Tumulos (in Guatemala) quälten uns schon seit vielen Kilometern. Manche, nicht ausgeschildert und unmarkiert, buckelten uns fast von den Motorrädern. Mit dem Auto kommt mir da immer so ein Comic in den Sinn: Das Fahrgestell bleibt am Topes hängen und die Carrosserie saust mitsamt Fahrgästen weiter 😀

Kleine Verschnaufpause unterwegs

Wir hatten uns etwa eine Woche pro Land bis Panama ausgerechnet. Genug, um einen Eindruck zu erhalten und etliches zu sehen. Nicht lange genug um das Land ausgiebig zu erkunden, aber auch nicht lang genug um Tausende von Extrakilometern auf unsere betagten Motorräder zu fahren.

Guatemala hatten wir, noch zu unserer Backpackerzeit, bereist. Dank Rubén verfügten wir über einen einheimischen Kontakt, der uns bestätigte, dass die Sicherheitslage nicht so schlecht ist, wie man überall hört. Sie ist aber auch nicht so gut, wie man sich wünschen würde.

Die Vulkane am Lago de Atitlán

So nahmen wir unsere Erinnerungen, fuhren nach Antigua Guatemala und frischten unser Gedächtnis mit viel Freude auf.

Diashow: Antigua Guatemala

Seit Jahren geisterte mir eine Kirche durch den Kopf. Gelb mit weissen Verzierungen, an einem Platz gelegen. Ich war überzeugt, dass diese Kirche in Oaxaca ist. Aurora und Rubén schüttelten jedoch verneinend den Kopf: keine gelb-weisse Kirche in Oaxaca. Okay, dann muss sie wohl in San Cristóbal de las Casas sein. Ich suchte, suchte und suchte weiter. Doch auch dort, keine gelb-weisse Kirche. Die Kathedrale kam dem Bild nahe, war sie doch gelb-weiss-rot.
Resigniert schrieb ich meine Erinnerung als falsch ab. Doch dann, ja, da bogen wir in Antigua ums Eck und TaDa… Da war sie 🙂

Iglesia Nuestra Señora de la Merced

Dass viele Guatemalteken nicht sehr gross sind, ist kein Geheimnis. Doch es gibt Momente, da wird dieser Punkt richtig heim gehämmert. So geschah es auf unserer Busfahrt von der Unterkunft in die Stadt.
Und was ich, Thomas nicht ganz so sehr, durch den grössten Teil von Mexiko vermisst hatte, fanden wir in Antigua. Die Wärme… Und diese sollte uns von nun an begleiten. Temperaturen um die 30° C gehören zur Tagesordnung.

Leckerer Eis-Kaffee

Unsere brillante Idee mit einem Shuttle nach Honduras – zu den Maya-Ruinen von Copán – zu fahren, fand ein schnelles Ende in den Ausführungen unserer Gastgeberin. Die Strasse wiese zurzeit etliche Baustellen auf, die zu grossen Verzögerungen führten. Auch ginge die Route direkt durch Guatemala City.

Einfach überzeugt, fuhren wir selber über eine südlichere Route nach Chiquimula. Ein einfaches, günstiges Hotel verfügte über einen abgeschlossenen Innenhof, in dem unsere Motorräder, und am späteren Nachmittag auch unsere Wenigkeiten, Zuflucht fanden.
Dort blieben die KTMs auch während unserem Ausflug nach Copán. Wieder zurück, relaxten wir noch einen Nachmittag – gönnten uns eine Abkühlung im McDonald’s, einem der wenigen klimatisierten Lokale der Stadt.

Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne wiesen die KTMs am nächsten Morgen Richtung Landesgrenze.

 

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