Kolumbiens Höhen und Tiefen

English version

Einmal mehr im Besitz unserer Motorräder hielt uns nichts mehr in Cartagena.

Aufpacken um Cartagena zu verlassen

Ohne wirklichen Plan fuhren wir aus der Stadt, auf der Suche nach einem ruhigen Ort an dem wir uns auf Kolumbien vorbereiten konnten. Ein Aufenthalt in San Juan Nepomuceno bot genau was wir suchten. Ein ruhiges, gepflegtes Hotel mit Klimaanlage im Zimmer und einem Aufenthaltsbereich –
das stillgelegte Restaurant.

Thomas litt unter der feuchten Hitze, die uns immer noch begleitete. So war an eine Fahrt der Karibikküste entlang bis zum nördlichsten Punkt des südamerikanischen Festlands, Punta Gallinas, nicht zu denken. Doch bis in die Berge stand uns noch etwas Weg bevor. Nur wenige Meter über dem Meeresspiegel ging es durch eine feuchtheisse Landschaft, die uns mässig ansprach.

Mompos, eine kleine Stadt am Rio Magdalena – angeblich eine von Kolumbiens besterhaltenen Kolonialstädten – soll dem kolumbianischen Schriftsteller Gabriel García Márquez in „100 Jahre Einsamkeit“ als Modell für seine fiktive Stadt Macondo gedient haben. Darauf baut auch die lokale Tourismusbranche. Mit etwas Glück fanden wir eine kleine Pension im Zentrum, die klimatisierte Zimmer hatte. Zudem waren sie bereit unsere Motorräder in der Rezeption unterzubringen.
Das koloniale Zentrum stellte sich als sehr gepflegt heraus. Die Restaurants an der Uferpromenade waren sehr nett.
Doch das Klima war für Thomas einfach immer noch eine Qual.

Diashow: Mompos

540 km von Cartagena entfernt erreichten wir zum ersten Mal in Kolumbien eine Höhe von +300 m ü M. Wir freuten uns bereits auf die kühlen Höhen von La Playa de Belén, einem kleinen Ort auf 1‘450 m ü M, der in eine kappadokisch anmutende Landschaft eingebettet liegt. In Ocaña fand der Ausflug ein abruptes Ende als Einheimische meinten Playa de Belén sei ein „heisser Ort“.

Ein Erdrutsch wird weggeräumt

Wie zum Teufel soll es auf 1‘450 m heiss sein? Wir waren erst auf 1‘240 m, wo es bereits erstaunlich kühl – manche nennen es angenehm – war. Eine freundliche Dame klärte uns dann auf: Guerillaaktivitäten – für Einheimische zwar kein Problem, doch für uns Gringos? Enttäuscht drehten wir um, wieder in die feuchtheissen Tiefen Kolumbiens abtauchend.

Die Enttäuschung wieder auf nur 202 m „zu kochen“ linderte in Aguachica ein Abend voller Unterhaltung und kaltem Bier mit Steve.
Auch ein kurzes Intermezzo mit Einheimischen trug zur allgemeinen Entspannung bei.

Dann endlich, nach 730 km, stieg die Strasse an. Die Landschaft änderte dramatisch – die Laune und das Wohlbefinden auch. Doch auf den kleineren Haupt- sowie den Nebenstrassen erwartete uns eine Überraschung. Entgegen den Angaben unserer Navigationsgeräte hört der Asphalt manchmal einfach auf. Unbefestigte Strassen führen weiter.
Barichara hiess unser nächster Stop. Ein kleiner, kolonialer Ort auf 1336 m, der aus gepflasterten Strassen und niedrigen weissen Gebäuden mit roten Ziegeldächern besteht. Er dient häufig als Kulisse für spanischsprachige Filme und Fernsehserien. Wir kamen in einer kleinen Pension ziemlich am Ortsrand unter. Sie verfügt über wunderbare Freiluftduschen.
Auch die Aussicht ist sehr schön. Später am Tag stiess auch Takeshi zu uns.

Ein Teilstück des Camino Real diente als alternative körperliche Betätigung. Der Weg hier beruht auf den Handelsrouten einer präkolumbischen Kultur, die sich im 800/900 AD in der Gegend niederliess. Die „Klippe“ von Barichara war ein heiliger Ort – somit Teil eines Netzes von etwa 1‘300 km. Geo von Lengerke, ein Deutscher, „entdeckte“ den Camino Real und baute ihn aus. Wir brachen früh auf um Hitze/Gewitter zu entgehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, mit der lokalen Spezialität Ziegenfleisch, gönnten wir uns die Rückreise im Bus.

Diashow: Barichara & Camino Real

Die Weiterreise in Kolumbien wird uns zeigen, dass auf jede Höhe eine Tiefe folgt. Auf jeden kühlen Stop ein feuchtheisser.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s