Salz der Erde

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Mitten im Ablauf eines kurzen Tankstopps kippte Tom’s KTM plötzlich um. Nicht ganz so aussergewöhnlich, wäre sie nicht auf die Seite mit dem Seitenständer gefallen. Wie sich herausstellte, hatte dieser die Überfahrt von Panama nach Kolumbien nicht ganz so gut überstanden. Wir banden den Patienten mit einem Kabelbinder hoch und fuhren nach Villa de Leyva. Kaum hatten wir eine Unterkunft begann die Suche nach einem Schweisser. Glücklicherweise wurden wir bald fündig.

Vertrauenserweckende Garage, oder?

Der gute Mann „schnurpfte“ den Ständer wieder an ohne irgendwo ein Loch rein zu brennen. Den Seitentank hätten wir nur ungern verloren.

Skeptische Überwachung

Dies zur allgemeinen Zufriedenheit erledigt, konnten wir uns dem eigentlichen Grund unseres Besuches widmen – der kleinen, weissgetünchten Kolonialstadt auf 2‘140 m.

Diashow: Villa de Leyva

Bei deren Erkundung fanden wir die besten Buttergipfeli unserer bisherigen Reise. Noch warm vom Ofen schmolzen sie förmlich auf der Zunge. Welche Wonne! Da konnten wir natürlich nicht nur einmal hin 😀

Unsere Ankunft in Zipaquirá wurde stark von der Enttäuschung und dem anhaltenden Nieselregen überschattet. Stand auf booking.com doch die Unterkunft würde über private Parkplätze verfügen, stellte sich heraus, dass es ein einziger war – bereits von einem Auto belegt – und nur aus der Garageneinfahrt bestand. Es bereitete uns keine Freude das winzige Zimmer nun auch noch mit dem Inhalt unserer Seitentaschen zu füllen. Wenigstens verfügte das Zimmer über einen kleinen Schrank in dem wir unsere Motorradausrüstung unterbringen konnten.

Angelockt hatte uns aber das Salz der Erde. In Zipaquirá wurde früher im grossen Stil Salz im Bergbau gewonnen. Heute liegt in 24 Schächten einer aufgegebenen Salzmine eine von nur drei Salzkathedralen der Welt – die einzige in Südamerika. 250‘000 t Salzgestein wurde entfernt um diese zu bauen. Am Eingang erhält man einen Audioguide – auf Deutsch – und betritt dann den ersten Minenschacht.  Der Weg führt an 14 Kapellen, die die Stationen des Kreuzes – Jesus letzten Gang – darstellen, vorbei 180 m unter die Erde. Jeder Stop ist ein Kreuz, dessen symbolische Bedeutung Fantasie und Erklärungen erfordert. Nichts bereitet einem auf dem Weg auf die gewaltige Kathedrale vor, die an dessen Ende liegt. Sie besteht aus drei Schiffen, jedes mit seiner eigenen biblischen Bedeutung. Das erste Schiff steht für die Geburt Christi, das zweite für sein Leben und das Leben der Menschheit. Das dritte Schiff ist symbolisch für seinen Tod und seiner Auferstehung. Die Kathedrale bietet 8‘700 Menschen die Gelegenheit am Sonntag der Messe beizuwohnen.

Diashow: Salzkathedrale von Zipaquirá

Auf der Weiterfahrt nach Guatapé fügte Thomas der Erde wieder etwas Salz zu, stiegen die Temperaturen doch wieder über 30° C. Unsere Navis führten uns zwar sozusagen durch die Hintertür, belohnten uns jedoch mit sehr schöner Landschaft. Kurz vor dem Ziel erwartete uns mal wieder eine Überraschung. Eine Hängebrücke, deren Zufahrt für Autos blockiert war.

Guatapé bietet mehrere Attraktionen. Eine hübsche, sehr bunte Stadt (1‘925 m) deren Häuser in ihrer unteren Hälfte mit Zocalos – Reliefs – verziert sind. Einen malerischen Stausee sowie den Piedra del Peñol, einen unerklärlichen Granit-Monolithen. Im zweiten Anlauf fanden wir eine sehr nette Unterkunft, mit sicherem Parking, in Laufdistanz vom Zentrum.

Diashow: Guatapé

Der kleine Familienbetrieb war unglaublich gastfreundlich. Der Aufenthalt wurde perfekt als Steve und Takeshi zu uns stiessen.

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