100% Kolumbianisch

English version

Willkommen im Herzen Kolumbiens, der Kaffee-Zone. Bunte Ortschaften, unbefestigte Strässchen an steilen Berghängen, reissende Flüsse, Hängebrücken und – natürlich – Kaffee.

100% kolumbianisch bedeutet jedoch nicht nur Kaffee sondern auch Zuckerrohr – sprich Panela. Panela, Zuckerrohrmelasse, wird in Formen gepresst, in jedem Supermarkt und auf jedem Markt in Kolumbien verkauft.

Agua Panela – Zuckerwasser aus eben dieser Melasse – ist für einen Nicht-Kaffee-Trinker wie mich oft das einzig verfügbare Heissgetränk.

Über die Puente de Occidente – 291 m lang,

1895 als eine der ersten Hängebrücken in den Amerikas fertiggestellt –

ging es mit einem Stop in Santa Fé de Antioquia (550 m)

nach Jardín (1’750 m) – dem selbstproklamierten schönsten Ort Kolumbiens. Ein wirklich netter Ort

mit der Möglichkeit etwas zu wandern. Was wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Vorbei an Bananenplantagen,

Wasserfällen,

seltsamen Statuen

genossen wir die Wanderung bis der Himmel seine Schleusen öffnete. Unterschlupf bot eine kleine Tienda.

Wir brachen die Wanderung wetterbedingt ab

und fuhren mit einer abenteuerlichen Gondelbahn,

mitten durch die Bananen,

wieder in den Ort zurück. Dort verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag nach kolumbianischer Art.

Diashow: Jardín

Wieder einmal hatten wir nicht realisiert, was die Weiterfahrt nach Süden mit sich bringt. So waren wir ziemlich überrascht, als der Asphalt aufhörte.

Die Strasse wurde immer enger während sie vorbei an Kaffee, Bananen und Mais stetig anstieg. Die Behausungen, vorher schon spärlich, hörten ganz auf. Nebelwald wurde unser Begleiter.

Kurz vor der Passhöhe kamen wir in dichte Wolken, mit geringer Sicht und Nieselregen. Vorsichtig fuhren wir weiter, immer hoffend, dass uns Gegenverkehr an geeigneter Stelle kreuzen würde. Wir hatten Glück.

Auf der anderen Passseite verschlechterten sich das Wetter

genauso wie der Strassenzustand.

In der Steel Horse Finca in Filandia (1’923 m),

betrieben von einem englischen Paar, hatten wir einen längeren Aufenthalt geplant. Service war fällig und die Reifen sollten nun doch endlich montiert werden.

Nicht, weil sie das Ende ihrer Lebensdauer erreichten, sondern weil Auf-/Abladen genauso mühsam war wie die Geländefahrten.

Hier traf uns die Regenzeit mit voller Wucht. Die Sonne war nur noch selten zu sehen.

Das Valle de Cocora, mit seinen gigantischen Wachspalmen, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Salento (1’895 m) war eine weitere bunte Ortschaft.

Jetzt am Muttertag jedoch sehr voll. Als die Wolken etwas reinzogen, beschlossen wir unseren Besuch auf den nächsten Tag zu verschieben. Kurz nach Sonnenaufgang fuhren wir mit dem ersten Willy

ins Tal. Erst zogen wir ohne Gummistiefel los,

drehten dann aber bald um. Nach einem kleinen Schauer, ausgerüstet mit Gummistiefeln,

hatten wir das Tal praktisch für uns.

Ein willkommener Besucher war dann doch die Sonne 😉

Im zunehmenden Touristenrummel – hauptsächlich Kolumbianer – verliessen wir das Tal.

Der Nachmittag im Ort bot auch seine Überraschungen.

Diashow: Valle de Cocora & Salento

In Popayán (1’737 m)

entschied sich

der Rest unseres Kolumbien-Aufenthalts.

Tierradentro sollte eine Attraktion der anderen Art sein. Nicht nur bot es erstaunliche unterirdische Gräber (7.-9. Jahrhundert AD),

bekannt für ihre Verzierungen, sondern auch eine Wanderung auf schmalen Pfaden.

Bisher entdeckten Archäologen etwa 100 dieser ungewöhnlichen Gräber, die einzigen ihrer Art in den Amerikas. Diese, zwischen zwei und sieben Meter im Durchmesser und von unterschiedlicher Tiefe,

wurden in den weichen Lavastein gehauen. Die Kuppeldecken der grössten Gräber werden von Säulen gestützt.

Viele sind mit geometrischen Motiven verziert.

Über das Volk, das diese kleinen Kunstwerke herstellte ist eigentlich nichts bekannt.

Diashow: Tierradentro

Doch das Wetter auf dieser Seite der Berge war noch nasser. San Agustin mit seinen Statuen liessen wir aus, fuhren stattdessen nach Süden um dann über das Trampolín de la Muerte,

einer unbefestigten,

meist einspurigen

Bergstrasse,

wieder auf die Panamericana zu kommen. Nachdem unsere Stiefel täglich erneut nass wurden und doch tatsächlich meine Jacke leckte,

Hoffentlich besser als meine Klim-Jacke

verging uns die Lust auf weitere Abenteuer.

Die Erreichung von Ipiales (2’898 m) und der Grenze nach Ecuador, in der Hoffnung auf trockneres Wetter, hatten plötzlich oberste Priorität. Vor den Toren von Ipiales gibt es jedoch noch das Santuario de las Lajas, dass wir uns nicht entgehen lassen wollten. Ein krönender Abschluss für unser erstes südamerikanisches Land. Kolumbien, wir kommen gerne wieder – in der Trockenzeit 😀

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