Im Land der Wolkenmenschen

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Peru empfing uns mit einer Strassenblockade. Doch diese wurde zum Glück innert 30 Minuten aufgelöst.
Zum ersten Mal seit den USA stellten wir in Zorritos unser kleines grünes Haus (das Zelt) wieder auf – direkt am Strand unter Palmen. Hier trafen wir – seit ewigen Zeiten mal wieder – auch andere Overlander, sogar welche aus der Schweiz. Sie alle waren auch der Grund, dass wir später als geplant ins Reich der Wolkenmenschen aufbrachen.

600 km auf schmalen, ausgesetzten Strassen führten uns vom Küstengebiet tief in die Anden. Immer weiter aufsteigend, nahm die Bezeichnung Wolkenmenschen für uns eine neue Bedeutung an.

Mit der ersten und einzigen peruanischen Gondelbahn, eröffnet im März 2017, überwanden wir in 20 Minuten 661 Höhenmeter (von 2‘278 m auf 2‘939 m). Die Aussicht war fantastisch, der Himmel fast wolkenlos.

Wer kam bloss auf die Idee auf einem Bergrücken (über 3‘000 m) eine 580 m lange, bis zu 110 m breite und bis zu 21 m hohe Plattform aufzubauen? Doch damit nicht genug. Nein, auf dieser Plattform errichteten sie noch Häuser, Wachtürme und ein Mysterium. Diese Festung, Kuélap, bot über 2‘000 Menschen Platz.

Die Chachapoya (Quechua für Wolkenmenschen oder Nebelkrieger) konstruierten dieses Meisterwerk zwischen 800 und 1300 AD. Sie waren eine prä-Inka-Kultur, welche erst 1475 von den Inkas bezwungen wurde. Nur 100 Jahre später, nur wenig nach der Ankunft der Spanier, waren sie ausgerottet.

Auf den drei Ebenen der Festung liegen die Überreste von über 300 Rundhäusern, früher mit spitzen Strohdächern versehen, verstreut. Manche sind noch mit Rhomben oder Zickzack-Muster verziert. Das Mysterium der Festung wird „El Tintero“ (Tintenfass) genannt, verjüngt sich von oben nach unten und hat keine bekannte Funktion. Auch die Wolkenmenschen betrieben Meerschweinchenzucht,

Ob die Wolkenmenschen ihre Meerschweinchen auch auf diese Art zubereitet grillierten?

hatten in ihren Wohnräumen oder Küchen extra ein Abteil für die Tierchen.

Diashow: Kuélap

Zwischen Pedro Ruíz und Celendín liegen unzählige Bauwerke der Wolkenmenschen. Alle sind sie bedroht durch „Grabräuber“. Lohnenswerte Abstecher wären Karajía, an dem wir nichtsahnend vorbei fuhren, und Revash, nur zu Fuss erreichbar – unpraktisch für Motocross-Stiefel.

Sicher geparkt im Innenhof 😉

Stattdessen konzentrierten wir uns wieder auf die schöne Landschaft. Fuhren weiter Kurven. Und hatten einfach Spass.

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