Von der höchsten Düne zur tiefsten Schlucht der Welt

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Szenenwechsel war angesagt. Statt der Kälte Wärme – statt Berge aus Stein, welche aus Sand – statt Páramo und Puna, Küstenebene und dann noch die Schluchten. Dachte ich zumindest.

Doch Peru übersteigt das Denkvermögen einer kleinen Schweizerin 😀 Denn, was Luftlinie nur 35 km entfernt ist, können locker in 150 oder mehr Strassenkilometer ausarten. Kurven ohne Ende, so dass einem schon die Arme schmerzen…

Unsere erste Schlucht, der Cañon de Uchco, sollte doch schon etwas tiefer liegen – hinter einem Pass der nur etwas höher als lausige 4‘700 m liegt 😉 Der Cañon de Uchco ist so eng und die Wände so steil, dass für 7 km (Luftlinie) das GPS ausfällt – kein Satellitenempfang. Die verzeichnete Tankstelle, auf die wir gebaut hatten, stellte sich als kleine Tienda mit einem Benzinfass heraus. Dort trafen wir dann auch zwei einheimische Motorradfahrer, die mit ihren kleinen Maschinen für 10 Tage Peru bereisten. Wieder ging es in die Höhe, ein kurzer Regenschauer und wechselhaftes Wetter verlockten nicht zu einer übermässigen Erkundung des Landschaftsreservat Nor Yauyos Cochas. Doch liessen wir uns durch seine mit kleinen Wasserfällen verbundenen Seen bestechen.

Es gibt Tage, die sind aus Sicht eines Motorradfahrers Traum und Alptraum zugleich. Die folgenden Tage fielen in diese Kategorie. Ein Rausch aus Farben und Kurven, Bergen und Hochebenen, der in einem sichtraubenden Schneetreiben auf über 4‘800 m endete. Dann etwas weniger bunt und dramatisch, aber immer noch ein konstantes Hoch (4‘600 – 4‘800 m) und Runter. Natürlich darf auch ein erneutes Schneegestöber nicht fehlen. Die Wollknäuel am Strassenrand (Alpacas) sind dafür etwas besser ausgestattet als wir.

Nazca – rätselhafte Linien in der Wüste. Die beste Sicht sei aus dem Flugzeug. Wir begnügten uns mit Aussichtstürmen. Die Sanddünen von Ica erforschten wir nicht gross. Voreingenommen und verwöhnt wie wir von der Sahara, Namibia, Oman und Jordanien sind… In Huacachina, DER Oase, verbrachten wir genau fünf Minuten. Es brauchte zwei kleine Erfahrungen und wir fuhren einträchtig in die Richtung zurück aus der wir gekommen waren. 1. Sein eigenes Zelt aufzustellen kostet mehr als ein zwei Kilometer entferntes Hotelzimmer. 2. Ein Beach Buggy, der 12 bis 15 Leuten Platz bietet, donnerte – extrem lärmig und stinkend – an uns vorbei in die Dünen. Irgendein schlauer Mensch hat dann noch „erforscht“, dass sich in diesem Dünengebiet die höchste Düne der Welt – Cerro Blanco – befindet. Mag sein, dass das in irgendeiner Definition sogar stimmt. Aber, die ist ja gar nicht ganz aus Sand!

Kurz nach Ica waren wir wieder in die Welt der Berge und Hochebenen vorgedrungen – erneut auf Höhen, die eine Herausforderung sind und Akklimatisation erfordern (stundenlang zwischen 4‘000 und 4‘860 m). Ha, Langstreckenläufer werde ich hier nicht!

Nächster Rekordhalter: Cañon de Cotahuasi, die tiefste Schlucht der Welt. Sie ist mehr als doppelt so tief wie der Grand Canyon. Dramatisch, wild und schroff zieht sie wie eine Narbe durch die Berge. Fern von allem sind An- und Weiterreise eine kleine Herausforderung. Die Vicuñas sind froh drum.

Diashow: Dünen und Schluchten

Cañon de Colca war bis zur erneuten Vermessung des Cañon de Cotahuasi die tiefste Schlucht. Nun fehlen ihr anscheinend 150 m zur Rivalin. Das Setting ist weniger spektakulär als der Cañon de Cotahuasi. Dafür ist die Schlucht viel zugänglicher und somit auch touristischer. Wir machten eine kleine Rundfahrt, liessen jedoch die Kondore, die man hier sehen könnte, aus. Stattdessen besuchten wir den lokalen Geysir, beobachteten die Einheimischen beim Sonntagspicknick und bei der kostümierten Fotosession in Chivay.

Ein Gedanke zu „Von der höchsten Düne zur tiefsten Schlucht der Welt“

  1. Wow! Das sind richtig schöne und eindrückliche Bilder!!
    Ich hoffe, Euch beiden geht es gut und ihr geniesst Eure Reise (bis auf Nighmare ausnahmen 😉 in vollen Zügen.
    Liebe Grüsse Marina

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