Was ist eine Löffelliste und was sollte darauf stehen?

Bucket List“ – Eimerliste – ist ein äusserst gebräuchlicher englischer Ausdruck für den es nicht wirklich ein deutsches Synonym gibt. Es handelt sich hierbei um eine Liste von Dingen, die man in seinem Leben gemacht haben will/sollte. Orte, die man besucht haben muss bevor man stirbt. Erfahrungen, ohne die man nicht in die Kiste springen will. Erlebnisse, die man gemacht haben muss bevor man den Löffel abgibt. Und aufgrund dieses letzten Punktes gibt es nun doch einen deutschen Ausdruck für die „Bucket List“ – eben die Löffelliste. Mir ist dieser Ausdruck nicht geläufig. Doch „Onkel Google“ oder vielleicht doch „Tante Google“ hat natürlich eine Antwort auf alles 😀

Nun kann sich jeder seine persönliche „Löffelliste“ erstellen oder sich im Internet eine aussuchen 😉 Ich habe noch nie bewusst eine „Löffelliste“ erstellt. Als Reisender gibt es aber immer wieder so Löffellisten-Situationen. Manchen erliegen wir, anderen können wir erfolgreich widerstehen oder wir sparen sie einfach für später auf.

Doch dem einen Löffellisten-Punkt in Peru konnten wir nicht entgehen: Machu Picchu! Da es vielen anderen Menschen auf der ganzen Welt auch so ergeht, entwickelte sich die Ruine zu einem peruanischen Goldesel. Es existieren verschiedene Möglichkeiten um zum Machu Picchu zu kommen. Die wohl bekannteste – und auch teuerste – ist mit dem Zug. Da wäre für uns die günstigste Variante auf etwa 150 USD pro Person gekommen. Oder in einer mehrtägigen, geführten Wanderung über den Inka-Trail – hunderte von verschiedenen Anbietern mit unterschiedlichem Angebot und genauso variierenden Preisen. Dann kann man eine geführte „Billig-Tour“ mitmachen, bei der man etwa 11 km (ein Weg) der Eisenbahnstrecke entlang läuft. Nun ist Machu Picchu jedoch nicht in einem Ort sondern ja bekanntlich auf einem Bergrücken. Der Zug endet im Ort Aguas Calientes, der der Einfachheit halber auch Machu Picchu Pueblo (Dorf) genannt wird.

Wir fuhren mit nur einem Motorrad von Ollantaytambo zur Central Hidroelectrica Machu Picchu. Dort gab es die Möglichkeit, dass Motorrad gegen eine Gebühr von 10 Soles (ca. 1.45 CHF) am Tag stehen zu lassen. Genau wie die Billig-Touren gingen wir dann zu Fuss den Gleisen entlang bis nach Aguas Calientes. Dass das Dorf extrem touristisch ist, stand zu erwarten. Es ist jedoch der einzige Ort in Peru, den wir besuchten, in dem man 10% Kurtaxen bezahlen muss. Die Restaurants erheben auch eine Servicegebühr, die jedoch in der Speisekarte nirgends erwähnt ist und sich, in unserem Fall, regelmässig auf 18% belaufen hat. Witzig war auch die Logik hinter der Happy Hour: 4für1 Drink für 20 Soles – ein Drink kostet jedoch 8 Soles…

Diashow: Machu Picchu, die Salzterrassen von Maras und Cuzco

Nach langem Hin und Her hatten wir beschlossen den 500m-Aufstieg nicht in der Dunkelheit zu machen, sondern uns ein Busticket (12 USD pro Person – einfach) zu leisten. Da wir von enormen Warteschlangen gelesen hatten, wollten wir uns rechtzeitig anstellen. Der erste Bus sollte um 05.30 Uhr fahren. Morgens um 04.00 Uhr verliessen wir das Hotel – unser Frühstück im Gepäck. Als wir an die Bushaltestelle kamen, traute ich meinen Augen kaum. Weit über 100 Menschen warteten bereits.

Beim blauen Pfeil ist die Bushaltestelle

Hätten wir nicht den Ehrgeiz gehabt um 06.00 Uhr am Eingang zu sein, wäre die Wartezeit wahrscheinlich kürzer ausgefallen. Doch eines muss man den Peruanern lassen: Sie setzten jeden Bus ein, den sie hatten um die Wartenden zum Eingang zu führen. Auch fuhr der erste Bus bereits um 05.20 Uhr.

Die erste Stunde am Machu Picchu sahen wir kaum die Hand vor Augen – erst recht keine Ruinen.

Etwas Gesellschaft während wir auf die Sonne warten

Doch dann lichteten sich die Wolken. Machu Picchu bereitete sich in Postkarten-Pracht vor uns aus. Nun darf man nicht erwarten, die Ruinen für sich zu haben. Nein, man teilt das Erlebnis mit Tausenden von anderen Leuten. Steht an fotogenen Stellen Schlange bis alle ihre Selfies haben. Und wer dann mit dem Bus zurück ins Dorf fahren will, steht erneut Schlange 😉 Wir sind gelaufen. Den Nachmittag verbrachten wir im Ort. Am nächsten Morgen ging des den gleichen Weg zurück – zuerst zu Fuss, dann mit dem Motorrad.

Im Sacred Valley gibt es Hunderte von Ruinen, die man alle besuchen kann. Doch irgendwie war bei uns nach Machu Picchu die Luft draussen. Nicht mal für die von Ollantaytambo reichte es mehr. So besuchten wir noch die Salzterrassen von Maras, die schon zu Inka-Zeit in Betrieb waren. Das salzige, warme Wasser quillt aus dem Boden. Durch kleine Kanäle, über genau geregelte Schleusen, wird es in die Becken geleitet. Dort verdunstet es. Die Salinen können nur während der Trockenzeit betrieben werden.

Im Anschluss genossen wir einen kurzen Aufenthalt in Cusco. Feierten unseren 20. Hochzeitstag mit einem leckeren Abendessen. Auch trafen wir unsere Freunde Coco und Takeshi. Streiften noch ein letztes Mal durch den Markt. Auch eine kleine Fiesta durfte nicht fehlen.Etwas überrascht lasen wir das Email der peruvianischen Zollverwaltung. Eine Mahnung, dass wir das Land in wenigen Tagen zu verlassen hätten oder unsere Papiere in Ordnung bringen müssten.

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