Wenn in Patagonien der Ginster blüht

Zurück in Argentinien, zurück auf der Ruta 40 – die legendäre Strasse, die von der bolivianischen Grenze fast bis nach Ushuaia geht. Der Teil der Ruta 40, der durch den Seen-Bezirk führt, ist auch als Camino de los siete Lagos (Strasse der sieben Seen) bekannt.

Diese sieben Seen (Machónico, Falkner, Villarino, Escondido, Correntoso, Espejo und Nahuel Huapi) liegen an der Strecke, genau wie der Lanin– und der Nahuel Huapi-Nationalpark.

San Martín de los Andes, unser erster Stop im argentinischen Seen-Bezirk, war ein so reizendes Städtchen, da konnten wir nicht bloss eine Nacht bleiben.

Wir spazierten durch den Ort, sassen in der Sonne und beobachteten das Leben.

Der Seen-Bezirk ist natürlich für seine Seen bekannt. Umrahmt von den Bergen bilden sie eine schöne Kulisse. Doch wirklich fasziniert hat uns die unglaubliche Menge an Ginster.

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Ginster gesehen. Ganze Berghänge, Flussläufe und Strassenränder leuchtend gelb.

Der Duft war teilweise so intensiv, dass ich ihn sogar während der Fahrt im Helm riechen konnte. Während sich das Auge an der gelben Masse erfreut, scheinen die Landwirte nicht ganz so angetan vom Ginster. Es es eine eingeschleppte, invasive Pflanze, die sich mehr und mehr ausbreitet.

Im Frühjahr blüht Patagonien – Bäume, Sträucher, Gräser, auf Weiden und in Gärten – eine Pracht. Ganze Wiesen voller Lupinen, erst hauptsächlich die Blauen, dann auch die Rosaroten und später die Gelben.

Von San Martín de los Andes bis hinter San Carlos de Bariloche führt die Ruta 40 durch den Seen-Bezirk. In dieser „deutschsten“ aller argentinischen Städte sind wir nicht geblieben. Sie sprach uns bei der Durchfahrt zu wenig an. Doch ist San Carlos de Bariloche auch bei uns ein bekannter Name. Sind nach dem 2. Weltkrieg doch viele Deutsche nach Argentinien ausgewandert. Darunter auch Herren der SS und andere Nazis, die sich in besagtem San Carlos de Bariloche niedergelassen haben.

Danach wird die Landschaft flacher, rauer. Doch der gefürchtete patagonische Wind lässt noch auf sich warten.

Da wir immer wieder gehört hatten, wie unberechenbar das Wetter in Patagonien sei – mit starkem Regen und stürmischen Winden – beschlossen wir den Seen-Bezirk nicht weiter zu erforschen, sondern die angekündigte Schön-Wetter-Periode auf der Carretera Austral in Chile auszunutzen. Kurz vor Esquel verliessen wir die Ruta 40. Wir würden weiter südlich wieder auf sie zurückkehren.

Doch erstmals ging es Richtung Westen. Auf nach Chile!

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