Wieder auf der Ruta 40

Aus der „Jurassic Park“-Landschaft des Parque Patagonia kommend, wurde die Landschaft Richtung Ruta 40 flacher.

Auch der Wind nahm etwas zu. Ortschaften, Tankstellen und Unterkünfte sind in diesem Teil von Argentinien nicht ganz so häufig.

Wir entschieden uns für Bajo Caracoles – Tankstelle, Restaurant, Laden und Hotel in einem.

Alles nicht ganz so toll, aber die Ausweichmöglichkeit war 80 km weiter die Strasse runter, ohne Garantie auf Verbesserung.

Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen… Einig waren wir drei, dass wir uns an die alte Strassenführung der Ruta 40 – heute Ruta 29 – halten würden.

Die Fahrt wurde durch den Wind, Guanacos und dem gelegentlichen Nandu geprägt.

Steve wollte gerne auf einer Estancia, einer Schaffarm, übernachten.

Preislich an der oberen Grenze für was in Sachen Unterkunft geboten wurde.

Aber das Abendessen, eine argentinische Lamm-Parrillada, war die Wucht.

Nach einem herzhaften Frühstück nahmen wir den „schlimmsten“ Teil der Ruta 40 in Angriff. Tiefe Spurrillen im Kies mit erheblichem Seitenwind waren in Aussicht gestellt. In solchen Fällen ist die Erwartungshaltung immer entscheidend.

Meine Knie zitterten beim Gedanken an den Kies und den Seitenwind. Ich sah mich bereits irgendwo in der Pampa liegen. Irgendwann kam das Signal, dass diese verteufelten 30 km beginnen. Vielleicht liegt es nun an besagter Erwartungshaltung, aber es war alles nicht so schlimm. Ja, da war Kies. An einigen Stellen sogar etwas tiefer. Ja, man musste sich sehr konzentrieren um eine gute Spur zu finden und zu halten.

Aber, wir fuhren mit 50 – 60 km/h. Sogar einen grossen Überlandbus überholten wir noch.

Dann war der Spuk zu Ende, guter Asphalt bis zur Abzweigung auf die Ruta Provincial 23.

Den Abstecher hatten Thomas und ich uns eigentlich sparen wollen, denn es war eine 88 km lange Sackgasse.

Doch Steve wollte unbedingt hin…

Kaffeepause in El Chaltén

Ganz ehrlich, man muss den Fitz Roy einfach gesehen haben.

Tut man auch von der Ruta 40 – aus der Ferne. Doch die Fahrt ist schön –

mit dem Wind muss man einfach leben; der bläst, egal in welche Richtung man fährt.

Genau auf halber Strecke zwischen El Chaltén,

am Fusse des Fitz Roy, und El Calafate, Zugangsort zum Perito Moreno-Gletscher, befindet sich der historische Parador La Leona.

Tankstelle, Hotel, Laden und Restaurant in einem bot er sich für unsere Kaffeepause an.

1894 gründete eine dänischen Immigrantenfamilie den Parador. 17 Jahre früher war an dieser Stelle Francisco P. Moreno (Perito Moreno) von einem weiblichen Puma angefallen worden.

1905 suchten drei „Gringos“ einen Unterschlupf für die Nacht auf dem Weg zur Chilenischen Grenze. Erst einige Zeit später erkannte der Betreiber anhand von Fotos, die ihm die Polizei unter die Nase hielt, seine Gäste. Es handelte sich hierbei um Butch Cassidy und Sundance Kid sowie dessen Frau Ethel Place, die kurz zuvor eine Bank in Rio Gallegos – weiter südlich in Argentinien, ausgeraubt hatten.

Unsere kleine Cabaña in El Calafate begrüsste uns mit kleinen Handtuch-Elefanten auf dem Bett.

Steve hatte es eilig den Perito Moreno-Gletscher zu sehen bevor er nach Ushuaia weiterfuhr.

Er wollte unbedingt Weihnachten am Ende der Welt verbringen.

Perito Moreno ist einer der wenigen Gletscher der Welt die sich nicht zurückziehen, sprich nicht kleiner werden.

Berühmt ist er, weil er oft in den See kalbt. Da das Wetter nicht ganz so gut war, sahen wir dieses Naturschauspiel nur einmal.

Doch er knistert und knallt – wie ein Pistolenschuss – ziemlich regelmässig.

Auch bei schlechtem Wetter bietet der Gletscher einen einmaligen Anblick.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s