Am Ende der Welt

Wir verliessen Punta Arenas, die Fähre auf die Isla Grande de Tierra del Fuego (grosse Insel von Feuerland) nehmend. Es war eine zweistündige, etwas unruhige Überquerung der Magellanstrasse, welche ohne nennenswerte Vorkommnisse endete. In stürmischem Wind kamen wir in unserer kleinen Unterkunft im sehr enthusiastisch benannten Porvenir (Zukunft) an. Selten sind wir in Südamerika so freundlich aufgenommen worden. Innert 30 Minuten kannten wir die Familiengeschichte von drei Personen 😀

Nun ist es ja so, dass es selten so kommt, wie man möchte. Unsere Vorfreude auf das Ende der Welt wurde durch zwei Umstände etwas gedämpft. Erstens, war die Königspinguin-Kolonie noch geschlossen als wir hinkamen – öffnet erst um 11.00 Uhr. Wir hatten keine Lust eine ganze Stunde im Wind und der Kühle zu warten. Zweitens fuhr sich Thomas mitten im Niemandsland zwischen der chilenischen und argentinischen Grenzstation einen platten Hinterreifen ein.

Natürlich geschah dies nicht unbedingt an einer windgeschützten Stelle. Gibt es so etwas hier unten überhaupt?

Auf jeden Fall war Helm ausziehen kein Thema. Bei den Handschuhen blieb leider keine Wahl.

Nach 90 Minuten ging es weiter.

Etwa 100 km vor Ushuaia ändert sich die Landschaft. Statt dürrer, windgepeitschter Ebene prägen nun Berge das Bild.

In Hochstimmung fuhren wir zur Ortseinfahrt. Beweisbilder mussten her.

Dann begann die ZWEISTÜNDIGE Suche nach unserer Unterkunft, die angeblich nur 15 Gehminuten vom Zentrum sein sollte. Urgh, die Stimmung war auf dem Nullpunkt als wir unser Apartment endlich betraten. Erstaunt stellten wir fest, dass Stimmung sogar unter den Nullpunkt sinken konnte. Zum Glück waren Megan und Mike bereits in Ushuaia. Gerne waren sie bereit unser Elend zum Erfolg zu trinken 😀

Ushuaia ist ein sehr touristischer Ort in dem, während der Saison, fast jeden Tag Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Auch die Antarktis-Kreuzfahrten sind ein riesiges Geschäft. So bietet die Stadt eine Bummelstrasse mit jeder Menge Restaurants, Cafés, Bars und Läden.

In Ushuaia kann es auch im Hochsommer schneien!

Nach und nach trafen auch immer mehr unserer Freunde ein. Manche blieben nur zum Einkaufen, andere über Nacht. Peter kam aus Deutschland, mit unseren Ersatzteilen!

Nochmals vielen herzlichen Dank, lieber Peter! Wir fuhren ans Ende der Ruta 3, der Strasse die von Buenos Aires nach Ushuaia führt, dem zweiten Ende der Welt!

An unserem letzten Abend in Ushuaia gab es noch ein „Wir sind in Ushuaia“-Essen mit Mandi, John, Kirsi, Peter, Megan und Mike.

Dieses Foto hat John gemacht

Das war’s! Unsere KTM’s, Thomas und ich sind gesund und munter in Ushuaia angekommen. Wir haben Deadhorse, Alaska, am 29. Juni 2018, 549 Tage vor unserer Ankunft in Ushuaia, verlassen. Die 51‘000 Kilometer (direkteste Strecke laut Google Maps: 21‘808 km) legten wir in „nur“ 240 Fahrtagen zurück (lässt uns mit 309 Pausentagen).

Das grösste mechanische Problem hatten wir mit meiner KTM in Cuauhtémoc, Mexiko. Wir können auf Tausende von schönen Erlebnissen und netten Begegnungen zurückblicken – ohne eine negative Erfahrung, die hier nennenswert wäre. Wir hatten die Gelegenheit viel Zeit mit alten Freunden zu verbringen und neue Freunde zu machen. So bietet sich hier die Gelegenheit allen zu danken die Teil unserer Reise waren und mit ihrer Präsenz zu diesem unglaublichen Erlebnis beigetragen haben. Hier Namen nennen zu wollen wäre ein Fehler. Doch alle finden sich irgendwo seit Deadhorse im Blog erwähnt. Danke für eure Freundschaft, Hilfe, Unterstützung und all die guten Zeiten, die wir mit euch verbringen durften!

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