Januarloch

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Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir Ushuaia erreichten, liess sich der Januar nicht wahnsinnig gut an.

DER Wein für Motorradfahrer am Ende der Welt – von der Bodega Fin del Mundo 😀

Von höchster Wichtigkeit war nun die Reparatur unserer E-Starter. So kehrten wir von Ushuaia nach Rio Grande zurück. Dort hatten wir nicht nur eine nette Unterkunft gebucht, sondern auch die Zusage eines Motorradmechanikers, dass wir in seiner Abwesenheit an den Motorrädern arbeiten durften. Als es zur Sache ging, war der Schlüssel zur Werkstatt nicht aufzutreiben.

Fernanda, Juan und Fernando mit obligatem Maté-Tee

Fernanda, die Tochter des Mechanikers, hatte glücklicherweise einen Freund mit einer Hobbywerkstatt. Bei ihm durften wir arbeiten. Mein Motorrad kam als erstes an die Reihe.

Alles lief wunderbar.

Doch beim Anziehen des Seitendeckels riss dieser ein. So würde ich nicht weiterfahren können ohne in Motorenöl gebadet zu werden. Kaltmetall und eine Presse sollten das lösen.

An Thomas Motorrad ging dann die Papierdichtung des Seitendeckels kaputt. Dichtungspapier zu finden stellte sich als schwierig, aber nicht unmöglich heraus. So fertigte ich eine neue Dichtung.

Freunde von Fernando, dem Garagenbesitzer, tauchten auf, luden uns zum BBQ ein.

Dies wurde in der Garage zu einem vergnüglichen Anlass.

Wenn kein Korkenzieher aber jede Menge Werkzeug zur Hand ist

Man brachte uns nach Hause und am nächsten Morgen wieder in die Garage. Voller Hoffnung, dass nun alles gut sei, holten wir die Motorräder in unsere Unterkunft.

Die Übeltäter im Anlasser

Leider nur um festzustellen, dass weder mein Deckel noch Thomas seiner dicht waren. Das hiess mehr Zeit in der Garage, mehr Mate-Tee.

Endlich, nach vier Tagen, war Thomas bereit eine Weiterfahrt zu wagen. Es war so einfach, nur auf das schwarze Knöpfchen drücken

und der Motor erwachte zum Leben 😀

Nach 6 Monaten und 15’000 km wurde er zum ersten Mal NICHT gebraucht

Nach 369 km,

zwei Grenzübergängen und einer Fähre,

die uns von der Grossen Insel Feuerlands wieder auf das Festland brachte, stand fest, dass wir nicht weiterfahren konnten ohne meinem Seitendeckel erneute Aufmerksamkeit zu widmen. Auf iOverlander fanden wir die Empfehlung eines Mechanikers. Luis stellte sich als unsere gute Seele in Rio Gallegos heraus.

Nicht nur durfte Thomas alles in seiner Werkstatt benutzen,

sondern er kannte auch einen Schweisser, der Aluminium schweissen konnte. Thomas hatte mühselig das Kaltmetall wieder entfernt.

Sollte dies das Ende unserer Reise sein?

Nach dem Schweissen

wurde die Fläche geglättet,

eine neue Dichtung hergestellt und gehofft.

Regen verkürzte unseren nächsten Fahrtag. Doch nach den zurückgelegten 237 km war der Deckel dicht! Ein ganzer Felssturz fiel uns von den Herzen. Denn in Argentinien Ersatz zu erhalten wäre fast unmöglich gewesen.

Kulinarisches „Highlight“: Pizza Alemaña – mit Sauerkraut und Würstchen

In Caleta Olivia wollten wir eigentlich nur die Seelöwenkolonie sehen. Die Viecher hatten sich aber ausgerechnet diesen Tag ausgesucht um wo anders zu sein. Das wäre sehr aussergewöhnlich, berichteten uns Einheimische. Ha, half auch nicht weiter. Die Seelöwen kehrten deswegen nicht zurück. Um noch ein weiteres Mal hinzufahren blieb dann keine Zeit mehr, denn Thomas Hinterreifen hatte sich auf den letzten Kilometern ganz einfach aufgelöst.

So mussten wir, völlig unerwartet, einen Hinterreifen auftreiben. Nun sind 18-Zoll in der von uns benötigten Breite nicht unbedingt gängige Ware. Wir hatten jedoch Glück und fanden einen. Zurück im Hotel baute Thomas das Hinterrad aus und trug es zum Händler, der mit ihm zum Montieren fuhr. Als es ums bezahlen ging, sollte der Reifen plötzlich 50 USD teurer sein als abgemacht. Wenn wir nicht bezahlen wollten, hätte Thomas den Reifen wieder zu demontieren. Wir legten dem Händler den ursprünglich ausgemachten Betrag sowie 15 USD extra in bar auf die Theke und verliessen seinen Laden ziemlich verärgert. Er gab sich wohl damit zufrieden, denn er folgte uns nicht.

Ehre den Arbeiter – Caleta Oliva

Nachdem Tom’s Reifen einfach so zerfallen war, wollten wir kein Risiko mehr eingehen, sondern bestellten rundum neue Reifen. Diese sollten in spätestens 10 Tagen weiter nördlich in Puerto Madryn vom Postamt abgeholt werden können.

So blieb uns viel Zeit für ein Streckenstück, dass alle als öd bezeichnen.

Viehgatter sorgten alle paar Kilometer für einen kleinen Spaziergang

In den meisten Blogs, die wir verfolgen, wählen die Leute entweder die Fahrt den Anden entlang, mit der Fähre nach Norden oder sie sind ganz plötzlich einfach in Buenos Aires.

Wir beschlossen nochmals etwas Piste zu fahren, was für ordentliche Abwechslung sorgte.

Der Besuch bei den Magellan-Pinguinen

lockerte die Fahrt weiter auf.

In Trelew verbrachten wir 6 Tage in einem ultragünstigen AirBnB – 10 USD pro Nacht für zwei, inkl. Frühstück.

In der Pampa

Die Dame leihte uns auch ihr Auto damit wir im nahegelegenen Gaiman einen walisischen Afternoon Tea geniessen konnten. So besuchten wir das Teehaus in dem Anno Dazumal Diana, Princess of Wales, zu Gast war.

Auf den Afternoon Tea verzichteten wir und nahmen stattdessen ein Apéro. Mit 36° C im Schatten war es einfach zu warm.

Dann war Lokalitätswechsel angesagt. Der erste Reifen traf in Puerto Madryn ein. Es dauerte zwei Extratage bis die anderen zwei eintrafen.

Der Besitzer unserer Unterkunft erlaubte Thomas die Reifen im Garten zu wechseln und entsorgte unsere Altreifen.

Noch immer waren wir etwas planlos auf dem Weg nach Norden.

Die Küstenorte und die Transitstationen waren voll mit Touristen. Die Hotels überteuert und ihr Geld nicht wert. Ferienzeit, Hochsaison, welche in manchen Gegenden dann in Karneval übergeht. Noch etwas mehr Piste fahren,

endlich doch noch Seelöwen sehen

und der Besuch einer Papageienkolonie

waren Höhepunkte einer langen, heissen Strecke.

1‘000 km vor Buenos Aires war die Luft draussen. Wir wollten nur noch raus aus dem Rummel. Die Idee weiter der Küste zu folgen und noch die Motorradfahrer von der Carretera Austral zum Bier zu treffen, war nicht mehr attraktiv, vor allem da sie im grössten Strandort – Mar del Plata – leben.

Diashow: Seelöwen und Papageien

Anker werfen, die Hochsaison und möglichst auch den Karneval aussitzen, ein Monat kein Hotelspiel spielen… Drei Tage unterwegs, ereignislos, öd, staubig und heiss, dann bezogen wir unser kleines Apartment. Schlafzimmer, Badzimmer, Küche, Wohnzimmer, WLAN, Waschmaschine UND eine Klimaanlage 😀

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